SFB 1342 Adventskalender

14. Dezember 2020

Arbeitsunfallgesetzgebung weltweit

Gesetzgebungen zu Arbeitsunfällen haben sich weltweit schnell verbreitet. Die steilsten Anstiege in der Abbildung sind vor allem auf die Gründung vieler neuer Nationalstaaten zurückzuführen. Viele von ihnen haben relativ schnell Gesetze beschlossen, oder haben Gesetze aus der Zeit vor der Staatsgründung übernommen (wie zum Beispiel aus der Kolonialzeit).

Auch der oft zu beobachtende Mangel an Reichweite bzw. Deckung hat mit der Nationalstaatsbildung zu tun. Viele Nationalstaaten haben sehr wenig Macht oder staatliche Regulierung. In vielen afrikanischen Ländern südlich der Sahara zum Beispiel schützen staatliche Gesetze nur einen Bruchteil der Bevölkerung wirklich direkt. So gilt die Sozialpolitik nur für diejenigen, die für die Regierung arbeiten oder eng mit der Regierung verbunden sind, wie z.B. Privatunternehmen mit Regierungsverträgen. Der Rest der Gesellschaft ist oft lokal organisiert mit lokaler Buchhaltung, Wohlfahrt und sozialer Organisation. Ein weiterer Aspekt ist, dass viele dieser Länder "universelle" Arbeitsschutzgesetze verabschiedet haben, um die ILO zu besänftigen und um im internationalen Umfeld gut dazustehen. 

Arbeitsunfallgesetzgebung und ihre Reichweite (Deckung) weltweit

Für weitere Informationen zur internationalen Verbreitung von Arbeitsschutzgesetzen:

Breznau, Nate. 2020. The Introduction and Expansion of Work-injury Law: Testing the Global Role of Worker Agency. SocArXiv. November 9. 

Breznau, Nate, and Felix Lanver. 2020. Global Work-Injury Policy Database (GWIP): Project Overview and Codebook. SFB 1342 Technical Paper Series/4/2020, Bremen: SFB 1342

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Weitere Informationen zur Arbeit des Teilprojekts A02: Die Konstituierung des Wohlfahrtsstaates in globaler Perspektive. Bestimmungsfaktoren von Sozialschutzprogrammen