Aktuelles

Hier finden Sie Neuigkeiten aus dem Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik": Zusammenfassungen aktueller Forschungsergebnisse, Hinweise auf Veröffentlichungen, Ergebnisse von Veranstaltungen und weiteres aus den Teilprojekten.


Greta-Marleen Strorath
Greta-Marleen Strorath
Greta-Marleen Storath forscht zu Langzeitpflege und Migration. Vor Kurzem ist sie nach Schweden gereist, um Expertinnen und Experten zu interviewen.

Greta-Marleen, du schreibst deine Doktorarbeit zu Pflege und Migration in Schweden und warst deshalb neulich auf einer Forschungsreise. Was hast du genau gemacht?

Ich war im März für zwei Wochen in Schweden für eine erste explorative Reise, auf der ich andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler getroffen habe, um Interviews zu führen und Netzwerke zu knüpfen. Dafür war ich in Lund, Uppsala und Stockholm, wo ich insgesamt zehn Leute getroffen habe.

Was war das Ziel dieser Reise und Gespräche?

Ich wollte in den Interviews mit den Expertinnen und Experten deren Perspektive mit dem Bild von Schweden abgleichen, dass von außen gezeichnet wird. Es werden nämlich unterschiedliche Bilder von Schweden in der Wissenschaft präsentiert. In Deutschland herrscht ein fast neidvoller Blick vor: In Schweden gibt es ein sehr gut ausgebautes Pflegesystem, mit einem großen öffentlichen Sektor und einem breit angelegten Pflegebegriff. Lange gab es die Annahme, dass Migration kaum eine Rolle spielt in Schweden. Besonders in den letzten Jahren gibt es aber viele schwedische Studien und Forschungen, die mehr in die Tiefe gehen und zeigen, dass sich in Schweden sehr viel verändert hat, besonders in der Altenpflege. In den letzten zehn, zwanzig Jahren gab es einen sehr großen Anstieg von Migranten und Migrantinnen in der Pflege. Genau diese Veränderungen finde ich besonders spannend. Es war sehr interessant, Einschätzungen von Expertinnen und Experten zu hören, die dazu tagtäglich forschen.

Woher wusstest du, welche Forscherinnen und Forscher du ansprechen wolltest?

Einmal durch die Literatur, die ich gelesen hatte, außerdem hatte ich eine Wissenschaftlerin aus Schweden bei der NordWel Summer School in Helsinki kennengelernt: Ich habe sie besucht und sie hat mir weitere Leute genannt, die mir helfen könnten.

Wie hast du dich auf die Reise vorbereitet?Hattest du genau im Kopf, was du die Fragen wolltest?

Ich hatte einen Leitfaden vorbereitet, den ich immer auf die jeweiligen Leute und ihre Forschung abgestimmt habe. Die Fragen waren relativ offen, um auf den Verlauf des Interviews zu reagieren und Fragen abzuwandeln. Beispielsweise haben wir im ersten Interview viel über Geschlechtergerechtigkeit gesprochen, welches ja ein zentrales Merkmal des schwedischen Wohlfahrtsstaates ist und eine große Bedeutung für alle sozialpolitischen Bereiche hat. Im Gespräch kam dann aber heraus, dass Geschlechterfragen im Bereich Pflege gar nicht so stark diskutiert werden, im Gegensatz zur Kinderbetreuung und anderen Bereichen. Diesen spannenden Aspekt habe ich in die späteren Interviews einfließen lassen.

Heißt das, dass in Schweden auch viele Männer in der Pflege tätig sind oder dass Gender nicht so ein großes Thema ist?

Auch in Schweden sind die meisten Pflegenden Frauen. Im Bereich der Kinderbetreuung wird viel mehr diskutiert, dass in Familien die Pflegeaufgaben zwischen Männern und Frauen gleich verteilt werden müssen. Im Pflegebereich wird das nicht annähernd so stark verhandelt.

Liegt das auch daran, dass Pflege in Schweden viel vom Staat übernommen wird und weniger von der Familie?

Ja, der Staat übernimmt eine zentrale Rolle bei der Pflege. Der Großteil der Altenpflege wird von den Kommunen erbracht. Es ist ganz selbstverständlich, dass im Alter Leute ins Haus kommen und die Pflege übernehmen. Trotzdem ist in den Gesprächen auch herausgekommen, dass viele Teilbereiche der Pflege von den Familien übernommen werden. Oft wird dieser Aspekt vernachlässigt, da dieser Anteil viel geringer ist als in anderen europäischen Ländern. Trotzdem ist die Familie eine zentrale und wichtige Stütze.

Gab es besondere Glücksfälle während deiner Recherche?

Ich habe in Stockholm einen sehr spannenden Wissenschaftler getroffen, der zu einem ganz ähnlichen Bereich forscht wie ich. Den hatte ich vorher gar nicht eingeplant, sondern bin erst durch eine Empfehlung auf ihn gestoßen. Wir haben uns dann ziemlich spontan getroffen, und es ist ein sehr spannendes Gespräch geworden.

Hast du die Gespräche sofort transkribiert oder nochmal angehört? Oder hast du, um den Kopf frei zu bekommen, erstmal etwas Anderes gemacht?

Ich hatte immer ein kleines Heft dabei, in dem ich Notizen gemacht habe, auch während der Interviews, und habe mich damit anschließend irgendwo hingesetzt und ein Post-Script geschrieben: Was die wichtigsten Aspekte des Interviews waren, was gut und was nicht so gut geklappt hat. Das ausführliche Transkribieren folgt jetzt noch.

Hast du jetzt schon – vor der Auswertung der Interviews - eine Idee, in welche Richtung sich deine Arbeit konkretisieren wird?

Ich weiß auf jeden Fall, dass ich im September wieder nach Schweden fahre. Was sich herauskristallisiert hat: Es gibt nationale Politiken, die Leitlinien für die Pflege vorgeben. Für die Umsetzung dieser Leitlinien auf lokaler Ebene spielen dann die Kommunen eine zentrale Rolle. Sie organisieren die Pflege und übersetzen die nationalen Richtlinien auf unterschiedliche Weise. Deswegen habe ich nach dieser ersten Forschungsreise die Entscheidung getroffen, dass ich zuerst nach Stockholm fahre, um mit Expertinnen und Experten auf nationaler Ebene zu sprechen. Anschließend werde ich vier verschiedene Kommunen auswählen und genau untersuchen, wie die Verwaltungen dort arbeiten, welche Rolle sie bei der Umsetzung der nationalen Politiken spielen und wie sie die Pflege jeweils unterschiedlich organisieren und erbringen. Mit der ersten Kommune werde ich wahrscheinlich im September anfangen und dann im nächsten Jahr in die anderen Kommunen fahren.


Kontakt:
Greta-Marleen Storath
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57068
E-Mail: gm.storath@uni-bremen.de

Fabian Besche
Fabian Besche
Im Rahmen des Informationstages der Universität Bremen besuchten 25 Abiturientinnen und Abiturientinnen den Sonderforschungsbereich 1342.

25 Studientinteressierte besuchten am Mittwochmittag den Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik". Während der knapp einstündigen Veranstaltung informierten sie sich über die Organisation und Forschungsarbeit des SFB und bekamen einen Einblick in den Alltag der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Zunächst gab Geschäftsführerin Irina Wiegand einen Überblick über die Struktur und Themenfelder des SFB 1342. Anschließend präsentieren Fabian Besche und Kristin Noack ihre Forschungsprojekte im Detail. Danach stellten die Abiturientinnen und Abiturienten Fragen – dabei interessierten sie sich sowohl konkret für die Forschungsprojekte als auch für die Möglichkeiten, die die Sozialpolitikforschung als Berufsfeld bietet.

Die Präsentation am SFB 1342 war Teil des jährlich stattfindenden Informationstags für Studieninteressierte an der Universität Bremen.


Kontakt:
Fabian Besche
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57066
E-Mail: fbesche@uni-bremen.de

Kristin Noack
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58604
E-Mail: knoack@uni-bremen.de

Dr. Irina Wiegand
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58508
E-Mail: irina.wiegand@uni-bremen.de

Prof. Dr. Frank Nullmeier im Buntestagsausschuss für Arbeit und Soziales
Prof. Dr. Frank Nullmeier im Buntestagsausschuss für Arbeit und Soziales
SFB-Mitglied Frank Nullmeier wurde als Sachverständiger im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales befragt, ob Anträge der Oppositionsfraktionen zur Bekämpfung der Altersarmut geeignet seien.

Die politischen Diskussionen um eine Grundrente als Instrument gegen Altersarmut nehmen Fahrt auf. Noch bevor der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, einen Gesetzentwurf vorgelegt hat, sind von den vier Oppositionsparteien je eigene Grundrentenkonzepte im Bundestag vorgelegt worden. Am Montag sind dazu im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales Experten angehört worden, darunter als Sachverständiger Frank Nullmeier vom Sonderforschungsbereich Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik.

Zentrales Thema der Anhörungen war, ob eine Bekämpfung der Armut in der gesetzlichen Rentenversicherung oder im Bereich der Grundsicherung erfolgen soll. Letzteres hatten AfD und FDP vorgeschlagen. Ein wesentlicher Einwand dagegen lautete, dass dadurch eine Ausweitung der Grundsicherung auf immer mehr Rentenbezieherinnen und -bezieher erfolge, so dass eine Art ‚Kombirente‘ aus Grundsicherung und beitragsbezogener Rente entstehen würde – mit negativen Folgen für die Legitimität und Akzeptanz der Gesetzlichen Rentenversicherung. Denn: "Im Grundsicherungssystem gilt das Prinzip der Bedarfsgerechtigkeit, in der Sozialversicherung gilt ein Prinzip der Leistungsgerechtigkeit", sagte Nullmeier. "Wir müssen dies beiden voneinander trennen und die Rechtsansprüche nicht miteinander vermischen. Eine Vermischung ist eine große Gefahr – für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Legimitationsgrundlage der gesetzlichen Rentenversicherung." Die Legimitation der gesetzlichen Rentenversicherung gerate in Gefahr, wenn langjährige Beitragszahlerinnen und Beitragszahler bei Renteneintritt nicht "frei [sind] von der Nähe zu Altersarmut und Grundsicherungsbezug", so Nullmeier. Dieses Problem müsse man adressieren und das ginge nicht durch eine Kombi-Lösung, sondern nur durch eine Verbesserung des gesetzlichen Rentenversicherungssystems. "Wenn die Arbeitswelt zu niedrige Löhne schafft, kann man entweder etwas am Lohnsystem [ändern] – dazu gibt es den Mindestlohn -, oder man muss Systeme schaffen, die innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung angesiedelt sind und in der Tradition von Rente nach Mindesteinkommen und Rente nach Mindestentgeltpunkten stehen."

Die Anhörung machte auch klar, dass eine organisatorische Verbindung von Grundsicherung und Rente nur zu Doppelbürokratien führt und gerade keine administrative Entlastung ermöglicht. Gegen diese Lösungen standen Modelle einer Anhebung der Einkommen aller Rentnerinnen und Rentner auf ein Niveau oberhalb der Armutsrisikoschwelle durch eine neue, komfortable Form der Grundsicherung mit entsprechend großen finanziellen Belastungen (Die Linke) und eine Lösung rein innerhalb der Rentenversicherung durch eine Aufstockung der Renten aller Versicherten mit mehr als 30 Versicherungsjahren auf eine Rente, die 30 Entgeltpunkten entspricht (Bündnis90/Die Grünen). Dadurch würde ein Grundsicherungsbezug nicht mehr erforderlich werden.

Der Deutsche Bundestag bietet die gesamte Anhörung vom 6. Mai 2019 im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales als Video-Stream an.


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

Der SFB1342 sucht eine Studentische Hilfskraft für das Teilprojekt A04 "Globale Entwicklungen in Gesundheitssystemen und in der Langzeitpflege als neues soziales Risiko"

Der Ausschreibungstext ist nur in englisch verfügbar.

Die Abteilung "Ungleichheitsdynamiken in Wohlfahrtsgesellschaften" am SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik sucht zum 1. Juni 2019 eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in.

An der Universität Bremen ist im SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Abteilung "Ungleichheitsdynamiken in Wohlfahrtsgesellschaften", im Arbeitsgebiet Soziologie mit dem Schwerpunkt Vergleichende Gesellschaftsforschung (Prof. Dr. Patrick Sachweh) befristet für die Dauer von drei Jahren voraussichtlich zum 1. Juni 2019 die Stelle

einer/eines wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters (Postdoc), in Vollzeit, EG TV-L 13

zu besetzen.

Die Befristung erfolgt zur wissenschaftlichen Qualifikation nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG (Wissenschaftszeitvertragsgesetz). Demnach können nur Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigt werden, die noch in dem entsprechenden Umfang über Qualifizierungszeiten nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG verfügen.

Das Aufgabengebiet der Stelle umfasst:

  • eigenständige sozialwissenschaftliche Forschung und Publikationen in den Themengebieten Soziale Ungleichheiten, Sozialpolitik und Wohlfahrtsstaatsvergleich
  • Lehrtätigkeit im Bachelor Soziologie, Master Soziologie und empirische Sozialforschung sowie ggf. angrenzenden Studiengängen (Lehrverpflichtung von 4 SWS/Semester)
  • Mitwirkung bei laufenden Forschungsprojekten und Publikationen sowie bei der Konzeption von neuen Forschungsprojekten und der Einwerbung von Drittmitteln
  • Mitwirkung bei Planung und Durchführung von wissenschaftlichen und transferorientierten Veranstaltungen im Rahmen der Professur

 

Einstellungsvoraussetzungen:

  • abgeschlossene überdurchschnittliche Promotion in Soziologie oder einem verwandten sozialwissenschaftlichen Fach im Bereich Soziale Ungleichheiten und/oder Wohlfahrtsstaat/Sozialpolitik, bevorzugt in international vergleichender Perspektive
  • fundierte Kenntnisse und Erfahrungen in der Ungleichheitssoziologie und/oder der Wohlfahrtsstaats- und Sozialpolitikforschung sowie im empirischen Vergleich von Gesellschaften
  • sehr gute Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung quantitativer und/oder qualitativer Methoden sowie Offenheit für die Kombination quantitativer und qualitativer Methoden
  • sehr gute Englischkenntnisse
  • hohes Engagement, Teamfähigkeit und eine kooperative Arbeitsweise

 

Erwünscht sind ferner:

  • Fundierte Kenntnisse in mindestens einem der folgenden Bereiche
  • (Sozial-)Politische Einstellungen und/oder Gerechtigkeitsorientierungen
  • Wohlfahrtsstaatliche Institutionenanalyse
  • Soziale Konflikte und gesellschaftlicher Zusammenhalt
  • Erfahrungen in der Kombination quantitativer und qualitativer Methoden
  • Erfahrungen in und Bereitschaft zu interdisziplinärer Zusammenarbeit

 

Für nähere Auskünfte wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Patrick Sachweh (sachweh@uni-bremen.de).

Die Universität Bremen beabsichtigt, den Anteil von Frauen im Wissenschaftsbereich zu erhöhen und fordert deshalb Frauen ausdrücklich auf, sich zu bewerben.  Schwerbehinderten Bewerberinnen/Bewerbern wird bei im Wesentlichen gleicher fachlicher und persönlicher Eignung der Vorrang gegeben. Internationale Bewerbungen und Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind willkommen.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 17.05.2019 mit den üblichen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, das Ihr Interesse an der Stelle deutlich macht; CV samt Schriftenverzeichnis u. ä.; Zeugniskopien) unter Angabe der Kennziffer A133/19 an:

Universität Bremen
SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Frau Dorit Lafferenz
Postfach 33 04 40
28334 Bremen
oder als pdf (in einem einzigen Dokument) an socium-bewerbungen@uni-bremen.de

Was haben geduldeter Stromdiebstahl, Agrarsubventionen und die Regulierung von Migration gemein? Sie sind mitunter Ausdruck von Sozialpolitik mit anderen Mitteln – argumentieren SFB-Mitglied Laura Seelkopf und ihr Kollege Peter Starke.

SFB-Mitglied Laura Seelkopf und ihr Kollege Peter Starke von der University of Southern Denmark haben eine Sonderausgabe des Journal of Comparative Policy Analysis editiert, deren Printversion nun erschienen ist. "Social Policy by Other Means" lautet der Titel der Ausgabe, in der unkonventionelle Ausprägungen von Sozialpolitik hervorgehoben und mit traditionellen Instrumenten der Sozialpolitik in Beziehung gesetzt werden.

Seelkopf und Starke schreiben in ihrem einführenden Aufsatz, dass konventionelle Sozialpolitikforschung wichtige Aspekte unberücksichtigt lässt: das Tolerieren von Hausbesetzungen und Stromdiebstahl zum Beispiel, kirchliche Krankenhäuser oder auch die Regulierung von Arbeitsmigration. All dies, so Seelkopf und Starke, seien Formen von Sozialpolitik mit anderen Mitteln: und zwar als a) funktionale Entsprechungen staatlicher Sozialpolitik oder b) als Maßnahmen nicht-staatlicher Akteure.

Agrarsubventionen etwa dienen nicht nur dazu, die Nahrungsmittelversorgung zu sichern, sondern – oftmals vor allem – auch dazu, das Haushaltseinkommen der ländlichen Bevölkerung zu stabilisieren und zu erhöhen. Und wenn staatliche Organe illegales Abzweigen von Strom oder das Besetzen von Wohnraum ignorieren bzw. nicht verfolgen, kann dies auch als Maßnahme interpretiert werden, um sozialpolitische Ziele zu erreichen, ohne dafür klassische sozialpolitische Instrumente zu nutzen.

Wird die Sozialpolitik mit anderen Mitteln weiterhin ignoriert, schreiben Seelkopf und Strake, riskiert die Sozialpolitikforschung, wichtige Aspekte der sozialen Sicherung, Umverteilung und volkswirtschaftlicher Stabilisierung zu übersehen. Abschließend entwerfen sie eine Agenda, mit der die Sozialpolitikforschung diese „andern“ Aspekte besser verstehen und in die bestehenden Theorien integrieren kann.

Seelkopfs und Starkes Aufsatz sowie die anderen Beiträge der Sonderausgabe sind online frei zugänglich.


Kontakt:
Prof. Dr. Laura Seelkopf
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft
Oettingenstraße 67
80538 München
Tel.: +49 89 2180-9086
E-Mail: laura.seelkopf@gsi.lmu.de

Dr. Alex Veit
Dr. Alex Veit
In Teilprojekt B09 arbeitet Alex Veit an Fallstudien zur Sozialpolitik Südafrikas und Tansanias. Kürzlich war er vor Ort auf Forschungsreise und hat sich die Bildungspolitik beider Länder näher angeschaut.

Lieber Alex, für Teilprojekt B09 warst du in Afrika unterwegs. Wo genau?

Ich war im März zunächst in Kapstadt, dann eine Woche in Johannesburg und anschließend in Daressalam.

Was hattest du dir vorgenommen?

Es ging zunächst darum, die akademische Landschaft zu eruieren. Wir wollen mit Leuten vor Ort kooperieren, die zu ähnlichen Themen wie wir arbeiten. Ich habe mir einen Einblick verschafft, wer wozu arbeitet, was sie genau machen und wo gemeinsame Interessen liegen könnten.

Du hast also gezielt Sozialpolitikforscherinnen und Historiker angesprochen?

In Südafrika ist die Unilandschaft relativ groß, einige Unis können auf unserem Niveau ohne Probleme mitspielen. Für uns besonders interessant sind die Education Studies, aber auch viele Soziologen, die zu Bildung arbeiten. Oder Politikwissenschaftler, die sich auf Health spezialisiert haben. Ich als gelernter Historiker habe aber auch mit vielen Historikern gesprochen.

Und in Tansania?

In Tansania ist die Uni Daressalam das Flaggschiff des Landes. Sie ist eigentlich die einzige Uni, die eine gewisse Ausstattung hat, die Forschung ermöglicht. Die anderen Unis und die privaten Hochschulen sind im Grunde reine Lehreinrichtungen. Aber in Daressalam gibt es das legendäre Historical Department, das in den 1960ern und -70ern bahnbrechende Forschung hervorgebracht hat. Dort wurde marxistische Geschichtswissenschaft betrieben von in der Szene bekannten Leuten. Das war damals ein Sehnsuchtsort für viele Historiker. Es sind noch immer viele gute Leute da. Mit einigen habe ich gesprochen und eine Zusammenarbeit angeschoben.

Was sind deine ersten Erkenntnisse über die Bildungssysteme der Länder?

Bildung gilt in beiden Ländern als ein riesiges Versprechen: Mit Bildung lässt sich alles ändern, was in der Gesellschaft nicht so läuft. Aber es gibt gravierende Unterschiede zwischen den beiden Ländern. In Südafrika laufen alle Diskurse vor der Folie der Apartheid und der rassistischen Ungleichheit. Auch das Bildungssystem wird unter diesem Paradigma betrachtet. Die Gesellschaft ist sehr zerklüftet, dementsprechend wird sehr viel mit Schuldzuweisungen hantiert. 25 Jahre nach Ende der Apartheid sind alle total unzufrieden. Südafrikas öffentliche Schulen fallen in internationalen Vergleichen zum Teil hinter Tansania zurück, das für die Bildung viel weniger Geld ausgibt und auch vom Entwicklungsstand her viel schwieriger dasteht als Südafrika, das 20 Prozent des staatlichen Budgets in die öffentlichen Schulen steckt. Gerade in den ärmsten Regionen sind die Schulen miserabel.

Inwiefern?

Zum einen sind die Ergebnisse bei Vergleichsstudien schlecht, zum anderen aber auch die Infrastruktur. Es kommen jedes Jahr mehrere Schüler um, die in die Latrinen reinfallen. Es stellt sich dann die Frage, wer ist schuld? Viele sagen, die Regierungspartei kriegt es nicht auf die Reihe. Andere zeigen auf die Gewerkschaften, die die Lehrer davor beschützen, mehr leisten zu müssen. Wieder andere beschuldigen die Weißen, die ihre Kinder in Privatschulen stecken, weshalb das staatliche System zurückfällt und die guten Lehrer in die Privatschulen gehen.

Wo es auch mehr Geld zu verdienen gibt ...

Ja. Es gibt einfach alle möglichen Gründe in so einer zerklüfteten Gesellschaft. Tansanias Gesellschaft ist im Vergleich viel homogener. Da gibt es nicht diese klaren Konflikte. Alle sprechen dort von Entwicklung, alle wollen, dass es vorangeht, und sind auch einigermaßen zufrieden. Es wird viel gebaut, die Infrastruktur macht Fortschritte. Das Telefonnetz zum Beispiel ist in Daressalam teils besser als in Bremen.

Und die Schulen?

Die Schulen sind jetzt gratis. Aber fast alle, mit denen ich gesprochen habe, schicken ihre Kinder auf Privatschulen. Viele geben einen Großteil ihres Gehalts dafür aus, weil sie die Qualität der staatlichen Schulen im Vergleich als miserabel betrachten.

Gab es auf deiner Reise etwas, das dich überrascht hat?

Sehr überrascht hat mich, wie eng die Ökonomen in die Entwicklung von Policy involviert sind, gerade auch im Bildungsbereich. In Tansania vor allem über die Internationalen Organisationen. In Südafrika sind es die einheimischen Ökonomen. Die Soziologen und Historiker sind damit sehr unzufrieden. Denn Sozialpolitik wird sehr stark quantifiziert.

Entwickelt sich das Bildungssystem dadurch in eine gewisse Richtung?

Die Soziologen sagen, dass alles in Richtung Privatisierung geht und dass da ist eine politische Agenda dahintersteht. In Stellenbosch, der führenden ehemals afrikaans-sprachigen Unis und eine der fünf Eliteuniversitäten des Landes, ist die Apartheid akademisch ausgedacht und legitimiert worden. Dort gibt es ein sehr starkes Ökonomie-Department, und die ANC-Regierung greift auf genau diese Uni zurück. Das hätte ich jetzt so nicht erwartet. Das hat etwas damit zu tun, dass am Übergang von der Apartheid zur Demokratie viele Wissenschaftler aus dem Exil zurückgekommen sind, das waren in der Regel radikale Leute, auch Akademiker, die in Großbritannien waren. Mit denen wollte man zusammen etwas aufbauen. Gleichzeitig hat sich auch die Weltbank massiv engagiert in der Phase. Es gab ein internationales Programm, um Südafrika wieder auf die Füße zu helfen. Man wollte Südafrika aufbauen als Leuchtturm der Demokratie in Afrika. Es gab also einen unheimlichen Ansturm von allen Seiten. Das Problem der radikalen Linken und auch der Exilanten des ANC war, dass sie sehr gut Widerstand organisieren konnten, aber aufs Regieren waren sie nicht vorbereitet. Wer aber echt gut vorbereitet war, waren die Weltbankleute. Die haben sich zusammengetan mit den Stellenbosch-Ökonomen. Die haben dieselbe Sprache gesprochen. Es gab schnell alle möglichen Reformversprechungen, dazu gehörte auch die "Outcome-based-Education". Da geht es im Prinzip darum, dass jedes Kind nach seinen Bedürfnissen gefördert wird und es kein starres Curriculum gibt. Stattdessen entwickeln die Lehrer mit den Schülern zusammen das Material. Gleichzeitig soll aber am Ende ganz klar und vergleichbar gemessen werden, welche Fähigkeiten die Schüler erworben haben. Das klafft total auseinander und hat zu einer Vollkatastrophe geführt. Alle waren total verwirrt in einer Phase, in der ohnehin alles im Umbruch war. Diese Riesenreform hat alle Schulen, alle Lehrer verunsichert. Es gab keine Lehrbücher mehr, kein Curriculum und gleichzeitig gab es an allen Schulen ein ganz starres, autoritäres Lehrverständnis. Über Jahrzehnte gab es Frontalunterricht, und jetzt plötzlich sollte das ganz anderes werden. Das haben sie ein paar Jahre versucht, dann wurde wieder alles zurückgestellt.

Wie gehst du jetzt weiter vor?

Ich fahre im Juni für ein paar Wochen nach Tansania. Ich werde Interviews mit Leuten führen, die in der Bildungs- und Ernährungspolitik involviert sind. Ich treffe mich mit den Internationalen Organisationen. Die sind in Tansania relativ prominent, viel prominenter als in Südafrika. Ich versuche auch mit der Regierung und mit der Verwaltung zu sprechen. Und dann fahr ich auch in ein kleineres Städtchen und rede mit Lehrern und lokaler Verwaltung. Nach Südafrika fahre ich erst nächstes Jahr wieder.

Dann ist der SFB schon im dritten Jahr ...

Ja, aber zu Südafrika gibt es so viel Literatur, da muss ich viel weniger eigene Daten erheben. In Tansania ist die Situation ganz anders. Da muss ich stärker Primärmaterial produzieren. Nach Südafrika bin ich jetzt auch deshalb gefahren, um zu verstehen, welche Akteure dort mit welcher politischen Agenda schreiben. Weil es so enge Verbindungen zwischen den Universitäten und der Regierung gibt, schreiben alle mit einer Agenda. Das muss man einzuschätzen wissen. Wenn ich dort nächstes Jahr hinfahre, werde ich auch mit Lehrern und Schuldirektoren sprechen, um zu verstehen, wie sich Policy bei ihnen eigentlich niederschlägt. Denn die Realität hat ja mehrere Layer.


Kontakt:
Dr. Alex Veit
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67471
E-Mail: veit@uni-bremen.de

Prof. Dr. Tim Vlandas
Prof. Dr. Tim Vlandas
Tim Vlandas von der University of Oxford hat am SFB 1342 Ergebnisse seiner Forschung zum Aufschwung rechtsextremer Parteien präsentiert. Wirtschaftliche Unsicherheit und kulturelle Verunsicherung spielen eine zentrale Rolle, genauso wie die Sozialpolitik.

Am Mittwoch war Tim Vlandas, Associate Professor of Comparative Social Policy an der University of Oxford, beim SFB 1342 in Bremen zu Gast. Er präsentierte Ergebnisse seiner Forschung zu der Frage, welchen Einfluss ökonomische und kulturelle Unsicherheiten auf den Wahlerfolg rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien haben und welche Rolle Sozialpolitik dabei spielt. Vlandas analysierte dazu Daten des European Social Survey zu 24 europäischen Staaten aus sieben verschiedenen Jahren.

Demnach spielen sowohl ökonomische als auch kulturelle Unsicherheiten der Wählerinnen und Wähler eine Rolle dabei, ob sie sich zur Wahl rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien entschließen. Allerdings wirken sie auf die Wahlentscheidung verschiedener sozialer Gruppen unterschiedlich. Um zwei Beispiele kurz herauszugreifen:

  • Kulturell verunsicherte Wählerinnen und Wähler (meist in Folge von steigender Einwanderung und der gesellschaftlichen Diskussion darüber) neigen stärker dazu, rechtsextrem/rechtspopulistisch zu wählen – vor allem – und das ist für einige vielleicht überraschend -, wenn sie wirtschaftlich auf sicheren Beinen stehen.
  • Ökonomische Unsicherheit hingegen erhöht die Wahrscheinlichkeit, rechtsextrem/rechtspopulistisch zu wählen, nur bei den Wählerinnen und Wählern, die kulturell nicht verunsichert sind.


Die Sozialpolitik wirkt wir ein Puffer auf den Erfolg rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien, so Vlandas: Vor allem eine generöse Arbeitslosenversicherung, hohes Rentenniveau, Mindestlöhne und umfängliche Unterstützung von Familien wirken dem Erfolg rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien entgegen. Sozialpolitische Einschnitte oder selbst eine Stagnation der Ausgaben in Zeiten steigenden Bedarfs an Unterstützung haben die entgegengesetzte Wirkung.

Prof. Dr. Heinz Rothgang
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SFB-Mitglied Heinz Rothgang präsentierte auf dem Altenpflege-Zukunftstag einen Zwischenstand des Projekts zur Entwicklung eines Personalbemessungssystem in der Langzeitpflege: Bereits jetzt gibt es einen erheblichen Mehrbedarf an Personal.

Seit knapp zwei Jahren leitet Heinz Rothgang am Socium ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren zur Bemessung des Personals in deutschen Pflegeeinrichtungen zu entwickeln. 798 Pflegekräfte wurden während ihres Arbeitsalltags begleitet und beobachtet ("beschattet"). An insgesamt 2046 Schattentagen wurden insgesamt 144.000 Interventionen registriert. Auf dieser Basis wird derzeit der Bedarf an Fach- und Hilfspersonal in Deutschlands Pflegeheimen berechnet.

Das Projekt läuft noch bis Ende August 2019. Auf dem Altenpflege-Zukunftstag in Nürnberg präsentierte Rothgang kürzlich einen ersten Zwischenstand:

  • In der Erhebung wurden Defizite bei der Menge der bedarfsnotwendigen erbrachten Interventionen und bei der Zeit für ihre Erbringung festgestellt.
  • Mehr Personal allein führt jedoch nicht zu besserer Pflege. Verbesserungen in der Organisationsstruktur und der Arbeitsabläufe sind zusätzlich notwendig.
  • Die derzeit übliche einheitliche Fachkräftequote von 50% sollte abgelöst werden durch heimindividuelle Qualifikationsstrukturen, die von der Pflegebedürftigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner abhängen.
  • Es herrscht ein Mehrbedarf sowohl an Fach- als auch an Assistenzkräften, wobei überproportional mehr zusätzliche Assistenzkräfte benötigt werden.
  • Ergeben sich andere Qualifikationsmixe, muss auch die Rolle von Fachkräften neu definiert werden und diese sind vor allem in Planung, Anleitung, Beaufsichtigung einzusetzen. Hierzu sind Personalentwicklungsprozesse notwendig.
  • Die nötigen Anpassungen müssen in einer Konvergenzphase schrittweise erfolgen.
  • Mehr Personal bedeutet steigende Kosten in Milliardenhöhe. Notwendige Gehaltssteigerungen für Pflegekräfte verstärken diese Entwicklung.
  • Um die Eigenanteile der Pflegebedürftigen zu begrenzen, ist eine Reform der Pflegeversicherung nötig.

Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Michael Schmidt
Michael Schmidt
Der Vorsitzende des Hauptpersonalrates beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales diskutierte mit Mitgliedern des SFB 1342, wer an den Verhandlungen solcher Verträge beteiligt ist und welche Faktoren dabei relevant sind.

Michael Schmidt gab zunächst einen Überblick über bestehende bi- und multilaterale Sozialversicherungsabkommen in Europa und Lateinamerika. Anschließend konzentrierte er sich in seinem Vortrag auf bilaterale Rentenversicherungsabkommen, die Deutschland mit anderen Nationen geschlossen hat bzw. zu schließen versucht.

Laut Schmidt ist der erfolgreiche Abschluss eines bilateralen Sozialversicherungsabkommens umso wahrscheinlicher, je enger die wirtschaftliche Verflechtung beider Staaten ist. Denn Vermeidung doppelter Sozialbeitragszahlungen ist sowohl im Interesse der Unternehmen als auch der im Ausland arbeitenden Beschäftigten. Eine hohe wirtschaftliche Verflechtung allein reicht jedoch nicht aus, wie die Beispiele Russlands und Südafrikas zeigen: Deutschland bemühe sich seit Jahren vergeblich um ein Sozialversicherungsabkommen mit Russland, sagte Schmidt (wobei Schmidt nicht näher auf die Gründe einging); mit Südafrika scheint ein solches Abkommen nahezu unmöglich zu sein, da die dortige Sozialversicherung ganz überwiegend privatwirtschaftlich organisiert und somit mit dem deutschen System kaum kompatibel sei. Denn je ähnlicher sich die Sozialversicherungssysteme zweier Staaten sind, sagte Schmidt, desto wahrscheinlicher ist das Zustandekommen eines gemeinsamen Sozialversicherungsabkommens.

In der Regel sind geschlossene internationale Sozialversicherungsabkommen stabil – Schmidt kann sich an kein Abkommen erinnern, dass jemals aufgekündigt wurde. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union könnte in dieser Hinsicht eine Premiere darstellen: "Sollte es zu einem ungeordneten Brexit kommen", sagte Schmidt, "wären davon auch die Rentenversicherungsansprüche Zehntausender Briten in Deutschland und Zehntausender Deutscher in Großbritannien betroffen." Für die Anerkennung im Ausland erworbener Ansprüche gebe es dann keinerlei Regelung.