News aus dem Teilprojekt A06

Der SFB 1342 sucht eine wissenschaftliche Mitarbeiterin / einen wissenschaftlichen Mitarbeiter für das Teilprojekt "Entwicklung und Diffusion von Familienpolitik in globaler Perspektive".

At the University of Bremen the Collaborative Research Center 1342 "Global Dynamics of Social Policy" invites applications for the following academic position – under the condition of job release -

Researcher
Salary Scale TV-L 13, 100%, starting March 1, 2019.

The position is a fixed term position until December 31, 2021.
Reference number: A331/18

The position is part of the Collaborative Research Center "Global Dynamics of Social Policy" (Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik) funded by the German Research Foundation and will be located within the project
A06 "Formation and diffusion of family policy in global perspective".

Project Description

The CRC comprises 15 projects and is divided into two sections. Projects in section A mainly rely on macro quantitative techniques to analyze and explain social policy dynamics in a global perspective. In the projects of section B, the mechanisms that link international interdependencies and national determinants to the spread, inclusiveness, and generosity of social policy dynamics are analyzed by applying qualitative case study analyses.

In project A06, led by Prof. Sonja Drobnič, PhD, and Prof. Dr. Johannes Huinink, the focus is on family policies with which the states have regulated aspects of family life in many countries around the world. We will identify typical profiles of family policies that emerged under various political, economic, social, and demographic constellations. Specifically, the diffusion and proliferation of family policies will be analysed from a two-fold perspective: first, we will explore the role of horizontal interrelationships and cross-national interdependencies, and second, investigate the importance of International Organisations (IO) and non-governmental organisations (NGO) in these processes.

Responsibilities

  • Coordinate and contribute to the inventory-taking of the dynamics of family policies around the world, including the activities of IOs and NGOs
  • Coordinate and contribute to compiling the profiles of family policy dynamics
  • Conduct independent research in the area of family policy

 
Requirements

  • Doctoral degree in Sociology, Social Policy, Demography, Political Science or neighboring disciplines
  • Strong background in empirical social research
  • Experience with STATA, SPSS or similar statistical packages
  • Very good command of English, proficiency in other languages is an advantage
  • Expertise in data collection and in-depth knowledge of international organisations is an advantage
  • Expertise in methods of documentary analysis is an advantage


The University of Bremen has received a number of awards for its diversity policies and offers a family-friendly working environment as well as an international atmosphere.
The University is committed to a policy of providing equal employment opportunities for both men and women alike, and therefore encourages particularly women to apply for the position offered. Persons with disabilities will be considered preferentially in case of equal qualifications and aptitudes.

The University of Bremen explicitly invites persons with migration background to apply.

If you have any questions regarding the position, please contact Prof. Dr. Sonja Drobnič (drobnic@uni-bremen.de) or Prof. Dr. Johannes Huinink (huinink@uni-bremen.de).

Applications including a cover letter, CV, and copies of degree certificates should be submitted until January 13th, 2019 electronically (including up to two PDF files; reference number) to: swk@bigsss.uni-bremen.de

SOCIUM Research Center on Inequality and Social Policy
Prof. Dr. Sonja Drobnič
Postfach 33 04 40
28334 Bremen

The costs of application and interview cannot be reimbursed.


Kontakt:
Prof. Sonja Drobnič
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-66360
E-Mail: sonja.drobnic@bigsss.uni-bremen.de

Prof. (pens.) Dr. Johannes Huinink
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58535
E-Mail: huinink@uni-bremen.de

Keonhi Son
Keonhi Son
Keonhi Sons kam über den Umweg der Literatur- zu den Sozialwissenschaften. Ihr Interesse gilt dabei der Sozialpolitik von Schwellenländern. Warum die Mängel des südkoreanischen Sozialsystems für sie eine große Motivation sind, erzählt sie im Interview.

Du hast in Südkorea studiert und einen Bachelor-Abschluss gemacht, aber dann hast du deine Karriere komplett umgekrempelt. Bitte erzähl' mal.

Nach meinem Bachelor-Abschluss in Südkorea habe ich ein völlig neues Fach in einem völlig neuen Land begonnen.

Was war dein erstes Thema?

Mein erstes Fach war Englische Literatur, dabei habe ich mich auf englisches Theater spezialisiert. Ich war damals ziemlich begeistert bei der Sache. Aber ich kam an einen Punkt, als ich etwas anderes machen wollte.

Warum? Hast du auf diesem Gebiet gearbeitet und es gefiel dir nicht?

Ich habe ein wenig für eine Theatergruppe gearbeitet und dann bin ich nach London gegangen, um noch ein wenig mehr zu lernen. Anschließend zog ich nach Deutschland, um weiter zu studieren. Aber ich mochte das Theaterstudium in Deutschland wirklich nicht. Da wurde mir klar, dass Literatur und Theater nicht das Richtige für mich sind. Also habe ich überlegt, was mein zweites Lieblingsfach war, nämlich Verwaltungs- bzw. Politikwissenschaften - in Südkorea sind beide sehr gemischt.

In den Fächern hast du also deinen Master in Heidelberg gemacht.

Ja, in Public Policy.

Politik- oder Verwaltungswissenschaften unterscheiden sich sehr von Literatur und Theater - was gefällt dir an dem Thema so gut?

Das Studium der Politikwissenschaft hat mir viel Spaß gemacht. Aber vor allem muss Südkorea seine Sozialpolitik entwickeln. Unser Land hat seine Wirtschaft schnell entwickeln können, die anderen gesellschaftlichen Bereiche aber hinken hinterher. Zu diesen notwenigen Reformprozessen wollte ich beitragen. Ein konkretes Beispiel: Meine Eltern und Verwandten leiden darunter, dass es kein vernünftiges Rentensystem gibt. Ich habe mir gedacht: Vielleicht kann ich in dem Bereich etwas voranbringen. Deutschland war für mich in der Hinsicht der perfekte Studienort, weil es eine lange Geschichte der Sozialversicherungssysteme hat.

Ich habe gelesen, dass Südkorea kürzlich einige Fortschritte in der Sozialpolitik gemacht hat: Die Wochenarbeitszeit wurde reduziert - von 68 auf 52 Stunden!

Immer noch sehr viel!

Arbeiten die Leute tatsächlich so lange?

Ja, das tun sie. Die Menschen haben eine völlig andere Denkweise als die meisten Europäer. Früher hatten die Menschen ein sehr hohes Maß an Arbeitsplatzsicherheit und gleichzeitig dachten sie, sie gehörten zu dem Unternehmen, bei dem sie arbeiteten - sie widmeten ihr Leben ihrem Arbeitgeber. Auch wenn das Unternehmen seine Angestellten ausbeutet hat. Aber lange Zeit waren die Leute damit einverstanden und dachten: Das ist der Ort, an den ich gehöre. Aber jetzt gibt es kaum noch Arbeitsplatzsicherheit in Südkorea. Die junge Leute wollen nicht mehr so lange arbeiten: "Du beschäftigst mich nicht mehr ewig, warum sollte ich also ewig für dich arbeiten?" Die Verkürzung der Arbeitszeit ist also ein gutes Zeichen, aber gleichzeitig auch traurig, da die Arbeitsplätze nicht mehr sicher sind. Wie überall sonst auch.

Was möchtest du in in den nächsten 30 bis 40 Jahren erreichen?

Das ist eine sehr lange Zeit. Ich denke, in unserer Generation werden wir unsere Jobs oft wechseln müssen. Aber ich möchte Wissenschaftlerin bleiben. Ich möchte die Sozialpolitik der Schwellenländer erforschen. Der SFB ist das perfekte Projekt für mich, weil ich dieses Thema schon immer in meiner Heimatregion untersuchen wollte. Ich bin mir nicht so sicher, welche Porsition ich beruflich erreichen will, aber ich weiß, was ich tun will.

Heißt das, dass du die südkoreanische Gesellschaft verändern willst?

Ich möchte dabei ein wenig helfen. Veränderung ist ein großes Wort. Ich möchte zumindest ein gutes Modell für die Sozialpolitik entwerfen, das funktionieren könnte. Als Europa seinen Wohlfahrtsstaat entwickelte, war die Konstellation völlig anders als in Südkorea heute. Wir müssen ein neues Modell der Sozialpolitik entwickeln, wir können das europäische System nicht einfach kopieren. An der Entwicklung eines solchen neuen Systems zu arbeiten ist, was ich tun möchte.

Wenn du alles hättest, was du brauchst: genügend Forschungsgelder, das nötige Wissen, gute Kolleginnen und Kollegen, ausreichend Zeit - welche Forschungsfrage würdest du gernlösen?

Das ist eine sehr große Frage. Ich denke, es ist ziemlich ähnlich zu dem, was ich dir bereits gesagt habe. Die Schwellenländer befinden sich in einer Situation, in der sie unter der Finanzkrise, der raschen Globalisierung, der Deindustrialisierung, der Postindustrialisierung usw. gelitten haben - gerade mit Blick auf diese Probleme müssen diese Länder ihre Sozialpolitik entwickeln. Denn sie haben die Sozialversicherungssysteme viel langsamer entwickelt als ihre Wirtschaft. Und bevor private Unternehmen das gesamte System dominieren werden, sollten sie einen Weg finden, ein funktionierendes öffentliches Sozialsystem zu etablieren.


Kontakt:
Keonhi Son
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58541
E-Mail: son@uni-bremen.de