Aktuelles

Hier finden Sie Neuigkeiten aus dem Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik": Zusammenfassungen aktueller Forschungsergebnisse, Hinweise auf Veröffentlichungen, Ergebnisse von Veranstaltungen und weiteres aus den Teilprojekten.


Prof. Dr. Ndangwa Noyoo
Prof. Dr. Ndangwa Noyoo
Ndangwa Noyoo von der University of Capa Town war zu Gast beim SFB 1342 und plädierte für eine "Global Social Policy", um Armutsmigration zu verringern.

Professor Ndangwa Noyoo (University of Cape Town) hielt am Dienstag, 12.2, am SFB 1342 einen Vortrag zum Thema "Global Social Policy in an Era of Increasing Unilateralism, Narrow Nationalism and Xenophobia". Noyoo plädierte in dem Vortrag für eine Erneuerung der internationalen Solidarität. Er erinnerte an programmatische Entwicklungszusammenarbeit insbesondere in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, die anders als heutiger "Band aid"-Humanitarismus einer transformativen Agenda verpflichtet war.

Der gegenwärtige "enge Nationalismus" in Industriestaaten ist unter anderem durch starke Migrationsbewegungen ausgelöst worden, so Noyoo, der in Kapstadt zu Social Development arbeitet. "Global Social Policy" als transformative internationale Solidarität sei daher ein wichtiges Instrument, um Armutsmigration zu verringern und so die politischen Diskurse im globalen Norden zu entzerren.


Kontakt:
Dr. Alex Veit
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67471
E-Mail: veit@uni-bremen.de

Prof. Dr. Heinz Rothgang im Interview
Prof. Dr. Heinz Rothgang im Interview
Weltweit werden technische Lösungen und Hilfsmittel für die Langzeitpflege entwickelt. In einem Interview mit dem Fernsehsender Radio Bremen hat SFB-Mitglied Heinz Rothgang eingeordnet, ob Roboter und IT geeignet sind, dem Pflegenotstand beizukommen.

"Der Einsatz von Robotern und IT in der Pflege sind sicher ein Teil der Zukunft, aber nicht die alleinige Lösung des Pflegenotstandes", sagte Heinz Rothgang, Leiter der Teilprojekte A04 und B07, in der Sendung "buten und binnen" des Senders Radio Bremen. "Die Technik kann unterstützen, aber nicht die Menschen ersetzen. Denn Pflege ist Kommunikation, menschliche Zuwendung." Dies könne Technik nicht übernehmen. Sie könne die Pflegenden jedoch unterstützen und entlasten durch Sensorik, Fernüberwachung und ähnliches.

Sorge, dass die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt, sobald Roboter und IT in der Pflege eingesetzt würden, hat Rothgang nicht. Er hat eher Zweifel, dass sinnvolle technische Lösungen in der Pflege Einzug überhaupt halten, da in diesem Bereich der Einsatz von Technik generell skeptisch gesehen werde. Daher untersucht Heinz Rothgang mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Socium, welche Wünsche und Bedarfe an technischer Hilfestellung es bei Pflegebedürftigen und Pflegenden tatsächlich gibt. So soll sichergestellt werden, dass technische Lösungen entwickelt werden, die auch tatsächlich gewinnbringend angewendet werden.

Rothgang betonte in "buten und binnen" auch, dass angesichts des Pflegenotstandes die Attraktivität des Pflegeberufs gesteigert werden muss, damit mehr Menschen in diesem Feld arbeiten wollen.

Das gesamte Interview mit Heinz Rothgang: „buten und binnen“ vom 14.02.2019


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Dr. Roy Karadag
Dr. Roy Karadag
Roy Karadag blickt auf zwei kurze Forschungsaufenthalte in Ägypten zurück und berichtet von bürokratische Hürden, vielversprechenden Archiven und dem verheerenden Zustand des ägyptischen Bildungssystems.

Du bist für Teilprojekt B09 nach Ägypten gereist. Wo und für wie lange bist du dort gewesen?

Ich war für zwei kürzere Aufenthalte in Kairo: einmal von Ende September bis Mitte Oktober und dann noch einmal von Mitte November bis Anfang Dezember. Ich war als Visiting Fellow am Department of Political Science der American University in Cairo.

Was hattest du dir vorab für diese beiden Forschungsaufenthalte vorgenommen?

Ich wusste, dass der Zugang zu Behörden, Ministerien und Politikern in Ägypten heikel geworden ist. Mit der harten Repression, die seit 2013 vorherrscht, ist die Lage auch für Wissenschaftler immer schwieriger geworden, vor allem für europäische oder US-amerikanische Wissenschaftler. Es ist sehr schwierig, fundierte Netzwerke vor Ort aufzubauen, wenn man bislang noch nicht zu Ägypten geforscht und publiziert hat, wie das bei mir der Fall ist. Daher dienten meine Reisen nach Kairo vor allem dazu auszuloten, ob ich überhaupt Zugang in die Ministerien bekomme, um erfahren, wie dort Sozialpolitik verhandelt und umgesetzt wird.

Und wie ist es gelaufen?

Ich habe zunächst acht, neun Interviews geführt, vor allem mit Lehrern und Ärzten, außerdem hatte ich mehrere Hintergrundgespräche mit Akademikern. Ich wollte zunächst einmal mit den Leuten sprechen, die in den sozialpolitischen Feldern, die wir untersuchen, tätig sind. Ich wollte erfahren, was diese Menschen mir erzählen können zum Umgang mit Krankenversicherungen oder mit den Apparaten, den Ministerien. Ich wollte wissen, welche politischen Entscheidungen für ihren Alltag relevant sind und welche Entwicklungen ihren Alltag am meisten bestimmen.

Wie sieht der Zugang zu Behörden und Ministerien aus?

Ich komme ein bisschen ernüchtert zurück. Bei meinem ersten Aufenthalt war habe ich die Uni-Experten für die sozialpolitischen Felder angesprochen. Eine war sogar Beraterin des Bildungsministers. Aber für den Zugang zu den Ministerien und Politikern war das leider nicht hilfreich. Ich werde mich wahrscheinlich von der Idee verabschieden müssen, Experteninterviews in den Ministerien führen zu können. Das ist sehr schade, denn die Forschung zu Ägypten in den 1990ern und 2000ern von Leuten, die ihre Netzwerke über viele Jahre ausbauen konnten, war richtig stark: tolle Bücher über Machtnetzwerke, Korruption, islamistische und andere Oppositionsgruppen; aber leider sehr wenig über Policy-Felder wie Gesundheit und Bildung.

Heute gibt es unüberwindliche bürokratische Prozeduren, um unliebsame Forschung und Recherchen zu Opposition und Widerstand zu verhindern. Und leider auch harte Gewalt, wie die Ermordung des italienischen Doktoranden aus Cambridge gezeigt hat. Solche Gewalt muss nur ein oder zwei Mal angewendet werden, damit die Botschaft wirklich sitzt und man die Finger von der Untersuchung von gewerkschaftlichem Aktivismus lässt. Kairo ist in der Hinsicht wirklich unfrei geworden.

Was folgt für deine Arbeit daraus?

Wir werden uns darauf beschränken, das historische Material, die Zeitungsarchive zu durchstöbern, um gewisse Phasen und gewisse sozialpolitische Entscheidungen zu rekonstruieren. Darauf aufbauend wollen wir sehen, was das für einen Effekt hatte auf Fragen von Staatsbildung, Staat-Gesellschaft-Beziehungen, Erwartungen von Menschen an Regierungen und Staatsebene. So können wir am ehesten etwas entwickeln wie eine historische Theorie von Sozialpolitik in Afrika, um zu zeigen, was Afrika-spezifisch ist und welche Rolle der Kontinent in Diskursen zu globaler Sozialpolitik spielt bzw. spielen kann.

Die Zugänge zu den Archiven sind sichergestellt?

Die Zeitungsarchive sind inzwischen relativ gut online verfügbar. Ich versuche natürlich noch an Zentralarchive zu kommen. In Kairo wäre da die zentrale Stelle das Dar al-Watha’iq, das ägyptische Nationalarchiv. Das läuft alles nur über formale Anfragen und wird vermutlich ein längerer bürokratischer Prozess. Aber es sollte möglich sein. Es wäre schön, so an Material zu Dekreten zu kommen, weil diese Dekrete am ehesten zeigen, wie politischer Alltag in Ägypten aussieht.

Ihr untersucht drei Politikfelder: Gesundheit, Bildung und Ernährung. Welchem Zeitraum widmet ihre euch?

Vorgesehen ist das ganze Jahrhundert: 1918 bis 2018. Natürlich ist es schwer, drei Politikfelder über 100 Jahre abzuarbeiten. Daher konzentrieren uns bei der Analyse der Zeitungsarchive, des anderen Materials und der Sekundärliteratur vor allem auf die großen Schübe, die in Nordafrika in den 1950er- und 1960er-Jahren stattgefunden haben. In Ägypten sind die späten 40er- und frühen 50-Jahre sehr interessant, weil damals Sozialpolitik zum ersten Mal zur Legitimierung der neuen Staatsbürokratie diente.

Du hast erwähnt, dass du mit Lehrern und Ärzte interviewt hast. Was das Interessanteste, das du von diesen Menschen erfahren hast?

Der Schwertpunkt der Gespräche lag auf Bildung, und es ist kam ein deprimierendes Bild entstanden. Ägypten ist ein armes Land mit sehr großer sozialer Ungleichheit. Das zeigt sich auch im Feld der Bildung und der Bildungspolitik. Obere Mittelschichten und die Reichen haben sich abgekoppelt und können ihren Kindern vielfältige und gute Bildungschance bieten. Schon früher haben sie ihre Kinder auf deutsche, amerikanische oder britische Schulen geschickt, inzwischen sind auch die Japaner dabei. Es gibt eine starke Ausdifferenzierung und einen Wettstreit innerhalb der ökonomischen und bürokratischen Eliten und ihren Kindern um Machtchancen für nächsten Jahrzehnte. Dieser Wettstreit ist brutal. Es gibt zwar so etwas wie ein Zentralabitur, aber auch Vorwürfe von Korruption und Betrug. Es gibt viel Raum, um Geld in Bildungschancen zu verwandeln, während untere Schichten mit überfüllten Klassen, schweren Transportwegen und Schulen mit schwacher Infrastruktur zu kämpfen haben. Deshalb kratzen die Eltern jeden Cent zusammenkratzen, um ihren Kindern Nachhilfe zu bieten - und diese Nachhilfe wird von Lehrern angeboten, die selber nicht viel verdienen. Für die Lehrer ist es nicht entscheidend, an einer öffentlichen Schule zu unterrichten, sondern Privatunterricht zu geben. Das schmälert natürlich die Qualität des allgemeinen Unterrichts. Sämtliche Ideen, die in globalen Bildungsdiskursen entwickelt werden zu interaktiver Lehre und ähnlichem, prallen einfach an diesen harten sozioökonomischen Realitäten ab.

Du hast jetzt Netzwerke ausgekundschaftet. Wie gehst du nun weiter vor?

Ich werde noch weitere Male nach Ägypten bzw. Kairo fahren, um mich mit dem Material aus dem aus den 1940er- bis 1970er Jahren auseinandersetzen. Ich werde das Material über relevante politische Entscheidungen systematisch zusammenstellen, um damit innerhalb unseres Teilprojekts die größten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erörtern und bewerten.


Kontakt:
Dr. Roy Karadag
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67468
E-Mail: karadag@uni-bremen.de

Tao Liu, Tobias ten Brink und Armin Müller stellten ihre Forschungarbeit auf einer internationalen Konferenz des Centre for Chinese Public Administration Research in Guangzhou vor.

Vom 24. bis 25. November 2018 nahmen die Mitglieder des Teilprojekts B05 an der "Poverty, Inequality and Social Policy International Conference 2018" in Guangzhou, China, teil. Das Centre for Chinese Public Administration Research an der Sun Yat-sen University organisierte die Konferenz mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Singapur, Hongkong, Taiwan, dem chinesischen Festland, Korea, Australien, Deutschland und Großbritannien.

Prof. Tao Liu, Prof. Tobias ten Brink und Dr. Armin Müller präsentierten während der Konferenz. Müller bewertete die Wirksamkeit der Krankenversicherung bei der Prävention krankheitsbedingter Armut in China bei älteren Menschen, während Liu digitale Risiken definierte und ihre Auswirkungen auf soziale Sicherungssysteme diskutierte. Prof. ten Brink stellte den Sonderforschungsbereich 1342 vor, seine beiden Projektbereiche A und B und das Projekt B05. In der Einleitung erwähnte er auch, wie das chinesische Dibao (garantiertes Grundeinkommen) unterschiedliche Vorstellungen vom europäischen Wohlfahrts-Universalismus, von der Arbeit der Amerikaner und von der chinesischen Tradition des Pragmatismus und Regionalismus zusammengefasst hat. Das Projektteam B05 hatte auch ein internes Treffen in Guangzhou.


Kontakt:
Prof. Dr. Tao Liu
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Soziologie
Forsthausweg 2
47057 Duisburg
Tel.: +49 203 379-3747
E-Mail: tao.liu@uni-due.de

Dr. Armin Müller
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
28759 Bremen
Tel.: +49 421 200-3473
E-Mail: arm.mueller@jacobs-university.de

Prof. Dr. Tobias ten Brink
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
28759 Bremen
Tel.: +49 421 200-3382
E-Mail: t.tenbrink@jacobs-university.de

Der SFB 1342 sucht eine studentische Hilfskraft mit 40 Std./Monat für das Teilprojekt "Vermessung sozialpolitischer Entwicklungsdynamiken und zwischenstaatlicher Verflechtungen weltweit. Co-creation des Global Welfare State Information Systems (WeSIS)".

Der Sonderforschungsbereich "Global Dynamics of Social Policy" (Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik) (SFB 1342) sucht eine

studentische Hilfskraft mit 40 Stunden/Monat

für das Teilprojekt A01 "Vermessung sozialpolitischer Entwicklungsdynamiken und zwischenstaatlicher Verflechtungen weltweit. Co-creation des Global Welfare State Information Systems (WeSIS)".

Die Einstellung erfolgt voraussichtlich zum 01.04.2019 für einen Zeitraum von zunächst drei Monaten, bei guter Zusammenarbeit ist eine längerfristige Anstellung möglich und erwünscht.

Als Teil eines interdisziplinären Forschungsprojektes umfassen die Aufgabengebiete

  • Datenrecherche, -akquise und -aufbereitung
  • Hilfe bei der Analyse globaler Verflechtungsmuster
  • Unterstützung bei grundlegenden Projektaufgaben


Voraussetzungen
sind

  • grundsätzliches Interesse an sozial- und wirtschaftsgeographischen Forschungsthemen im Globalisierungsdiskurs
  • Erfahrung in der quantitativen Sozialforschung
  • statistische Grundkenntnisse


Von Vorteil
sind

  • Erfahrungen mit der Sozialen Netzwerkanalyse
  • Grundverständnis von Programmiersprachen (nicht notwendig)


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Ivo Mossig (mossig@uni-bremen.de) oder Michael Lischka (lischka@uni-bremen.de).

Tao Liu
Tao Liu
Der Co-Leiter von Teilprojekt B05 erklärt im Kurzinterview, welche Vorteile die Auszeichnung durch die chinesische Spitzenuniversität für den SFB 1342 hat.

Du bist kürzlich von der Zhejiang University als Distinguished Professor ausgezeichnet worden - herzlichen Glückwunsch! In welcher Abteilung ist die Professur angesiedelt?
In der School of Public Affairs. Die Auszeichnung ist auf drei Jahre begrenzt: von Dezember 2018 bis Dezember 2021.

Welchen Stellenwert hat die Zhejiang University in China und international?
Die Zhejiang University ist eine der Spitzenuniversitäten Chinas. Derzeit rangiert sie auf Platz drei, hinter der Beijing University und der Tsinghua University. Im QS World University Ranking liegt die Zhejiang University momentan auf Platz 68. Zum Vergleich: Die Technische Universität München liegt in diesem Ranking auf Platz 61.

Wirst du jetzt häufiger an der Zhejiang University sein?
Ich werde die Zhejiang University jährlich besuchen und eine Serie von Vorträgen zur Sozialpolitik halten.

Welche praktischen Vorteile hat diese Auszeichnung für dich persönlich als Wissenschaftler und für den SFB?
Ich bin nun formelles Mitglied der Zhejiang University, habe einen Universitätsausweis und kann damit die gesamte Infrastruktur nutzen: von der Mensa bis zur Bibliothek. Ebenso wichtig ist der Kontakt und Zugang zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, insbesondere zu bedeutenden Sozialpolitikforscherinnen und -forschern. Langfristig gesehen wird der Status als Distinguished Professor unsere Sozialpolitikforschung in der Yangtse-Delta-Region und unseren Zugang zu regionalen und subnationalen Daten der Sozialpolitik erheblich erleichtern.


Kontakt:
Prof. Dr. Tao Liu
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Soziologie
Forsthausweg 2
47057 Duisburg
Tel.: +49 203 379-3747
E-Mail: tao.liu@uni-due.de

Der SFB 1342 sucht zwei studentische Hilfskräfte für das Teilprojekt "Transnationale Dienstleistungserbringung in der Langzeitpflege zwischen West- und Osteuropa": je 10 Stunden/Woche ab 1. April 2019.

Der DFG-geförderte Sonderforschungsbereich "Global Dynamics of Social Policy" (Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik) (SFB 1342) sucht zum 01. April 2019 zwei studentische Hilfskräfte mit 10 Std./Woche für das Teilprojekt "Transnationale Dienstleistungserbringung in der Langzeitpflege zwischen West- und Osteuropa".

Das Ziel des von Prof. Dr. Karin Gottschall und Prof. Dr. Heinz Rothgang geleiteten Teilprojekts B07 ist es, die Einführung und Expansion von Sicherungssystemen bei Langzeitpflege in Bezug auf die Dienstleistungserbringung und die Rolle von Arbeitsmigration zu beschreiben und zu erklären. Untersuchungsländer sind ausgewählte Zielländer von Migration (Deutschland, Italien, Polen und Schweden) wie auch Herkunftsländer von Migrant*innen (Polen, Rumänien und Ukraine).

Die Einstellung erfolgt voraussichtlich zum 01.04.2019 für einen Zeitraum von drei Monaten (eine Verlängerung wird angestrebt).

Aufgaben:

  • Mithilfe bei der Datenerfassung, -aufbereitung und -analyse
  • Literaturrecherche und -verwaltung
  • Mithilfe bei der Organisation und Durchführung von Workshops und Tagungen
  • Unterstützung bei der Planung der Feldarbeit


Voraussetzungen:

  • Grundkenntnisse in qualitativer und quantitativer Datenanalyse und entsprechenden Programmen
  • Interesse an theoretischen und empirischen Fragestellungen im Bereich der vergleichenden Wohlfahrtsstaats- und Arbeitsmarktforschung
  • Gute Englischkenntnisse, da die Arbeitssprache im Projekt Englisch ist
  • Kenntnisse einer weiteren für das Projekt relevanten Sprache (Italienisch, Polnisch, Rumänisch, Schwedisch, Ukrainisch) sind willkommen


Wir bieten:

  • Einblicke in ein interessantes Arbeits- und Forschungsfeld
  • Mitarbeit in einem freundlichen, interdisziplinären Team
  • Vergütung nach den für studentische Hilfskräfte üblichen Sätzen an der Universität Bremen
  • Ggf. längerfristige Beschäftigungsperspektive und Möglichkeit, das Thema der Abschlussarbeit projektnah zu wählen


Ihre Bewerbung mit kurzem Lebenslauf, einem Motivationsschreiben sowie einem aktuellen Transcript of Records senden Sie bitte als PDF-Dokument bis zum 15.02.2019 an Dr. Anna Safuta, E-Mail: anna.safuta@uni@bremen.de

Haus der Wissenschaft (© Haus der Wissenschaft e.V.)
Haus der Wissenschaft (© Haus der Wissenschaft e.V.)
Der SFB 1342 lädt Doktorandinnen und Doktoranden ein zur Summer School "State, Society and Citizen - Cross-disciplinary Perspectives on Welfare State Development". Die Workshops und Diskussionen finden vom 19. bis 23. August in Bremen statt.

Die NordWel Summer School möchte innovative interdisziplinäre Forschung zur Entwicklung von Wohlfahrtsstaaten fördern und Diskussionen über die Fäcchergrenzen hinweg anregen.

Wir laden Doktoranden verschiedener Fachrichtungen ein zur Diskussion über die Entwicklung von Wohlfahrtsstaaten, ihre Voraussetzungen, ihren gegenwärtigen Status und wie wir sie untersuchen sollten. Doktoranden präsentieren ihre Arbeiten in parallelen Sessions und erhalten Feedback von erfahrenen Wissenschaftlern und Nachwuchskollegen.

Weitere Informationen zum Programm der 11. NordWel Summer School, dem Bewerbungsverfahren und dem Call for Papers finden Sie im entsprechenden Bereich auf unserer Website.

Tao Liu und Tobias ten Brink, die gemeinsam das Teilprojekt B05 leiten, haben eine Sonderausgabe des "Journal of Chinese Governance" herausgegeben. Die sechs Artikel der Ausgabe beleuchten Chinas Sozialpolitik aus international-vergleichender Perspektive.

Liu und ten Brink argumentieren in ihrer Einführung, dass die sozialpolitische Expansion in China in den letzten Jahrzehnten durch Einflüsse auf internationaler und supranationaler Ebene beeinflusst und befördert wurde. Liu führt dies in seinem Beitrag "Epistemological globalization and the shaping of social policy in China" weiter aus. Die Logik der chinesischen Sozialreformen, so Liu und ten Brink, sei nicht zu verstehen, wenn diese externen Faktoren in der Analyse unberücksichtigt blieben. Wie genau der Wissens- und Ideentransfer zwischen Ländern des Globalen Nordens und China abgelaufen ist und wie Konzepte aufgegriffen, übernommen oder abgewandelt wurden, bedürfe weiterer Untersuchungen.

Lius und ten Brinks Einführung ist online als Volltext abrufbar.


Kontakt:
Prof. Dr. Tao Liu
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Soziologie
Forsthausweg 2
47057 Duisburg
Tel.: +49 203 379-3747
E-Mail: tao.liu@uni-due.de

Prof. Dr. Tobias ten Brink
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
28759 Bremen
Tel.: +49 421 200-3382
E-Mail: t.tenbrink@jacobs-university.de

Irene Dingeldey und Jean-Yves Gerlitz in Genf.
Irene Dingeldey und Jean-Yves Gerlitz in Genf.
Mitglieder des Teilprojektes A03 diskutierten ihr Forschungsvorhaben zur Regulierung von Arbeitsstandards und deren Segmentationswirkung mit Expertinnen und Experten der Internationalen Arbeitsorganisation.

Vertreten durch Dr. Heiner Fechner, Jean-Yves Gerlitz, Jenny Hahs und PD Dr. Irene Dingeldey war das Teilprojekt A03 vom 3. bis 7. Dezember zu einem Forschungsbesuch bei der International Labour Organisation (ILO) in Genf. Die internationale Arbeitsorganisation versucht u.a. Mindeststandards der Arbeitsregulierung und des Arbeitsschutzes in allen Ländern der Welt umzusetzen. Um dies zu unterstützen, erhebt und sammelt die ILO entsprechende Daten weltweit und treibt vielfältige Studien und Forschungsaufgaben rund um das Thema Arbeit voran. Die ILO ist damit eine wichtige Partnerorganisation des SFB 1342 und insbesondere des Teilprojektes A03 "Welten der Arbeit".

Das Forschungsvorhaben des Teilprojektes zur Regulierung von Arbeitsstandards und deren Segmentationswirkung wurde mit den Expertinnen und Experten aus der ILO-eigenen Forschungsabteilung (RESEARCH), dem International Labour Standards Department (NORMES), dem Labour Law and Reform Department (LABOUR LAW) und dem Statistics Department (STATISTICS) diskutiert. Dabei stießen sowohl die Annahmen zur Segmentationswirkung von rechtlichen Normen als auch die geplante Analyse des Einflusses von Kolonialismusbeziehungen auf die Entwicklung von spezifischen Regulierungsmustern auf großes Interesse. Auch der segmentationswirksame Einfluss von ILO-eigenen Instrumenten wurde reflektiert. Die Verwendung von Leximetrics als Methode zur Analyse von Arbeitsregulierungen wurde dabei sowohl unterstützend als auch kritisch kommentiert.

Von Seiten der ILO wurden Möglichkeiten zur Kooperation sowohl in methodischer als auch inhaltlicher Hinsicht angeboten. Ganz wichtig: Auch der Datenaustausch mit dem Projekt bzw. der vom SFB 1342 geplanten Datenbank „WeSIS“ wird begrüßt. Geplant ist, den Austausch mit den verschiedenen Departments sowie der Forschungsabteilung zukünftig zu vertiefen.

Ein erstes Datum wird dabei die Feier zum 100. Geburtstag der ILO im Juni 2019 sein. An dem großen Symposium „Globalization and Social Justice: A Century of ILO Action, 1919 – 2019“ , das an der Universität Paris I Panthéon-Sorbonne in Paris stattfindet, ist das Teilprojekt A03 mit einem Beitrag von Prof. Dr. Ulrich Mückenberger vertreten.


Kontakt:
PD Dr. Irene Dingeldey
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut Arbeit und Wirtschaft
Wiener Straße 9 / Ecke Celsiusstraße
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-61710
E-Mail: dingeldey@uni-bremen.de

Prof. Dr. Ulrich Mückenberger
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Fachbereich Rechtswissenschaft
Universitätsallee, GW1
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-66218
E-Mail: mueckenb@uni-bremen.de