Aktuelles

Hier finden Sie Neuigkeiten aus dem Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik": Zusammenfassungen aktueller Forschungsergebnisse, Hinweise auf Veröffentlichungen, Ergebnisse von Veranstaltungen und weiteres aus den Teilprojekten.


Die Einstellung erfolgt voraussichtlich zum 1. März 2020, die monatliche Arbeitszeit beträgt 26 Stunden.

Ertila Druga, Mitglied des SFB-Teilprojekts B08 "Transformation von Gesundheitssystemen in Mittel- und Osteuropa" sucht derzeit eine

studentische Hilfskraft.

Die Einstellung erfolgt voraussichtlich zum 1. März 2020 für den Zeitraum März bis Juni 2020. Die monatliche Arbeitszeit beträgt 26 Stunden.

Die studentische Hilfskraft wird Ertila Drugas Doktorarbeit in der Sozialpolitikforschung unterstützen, insbesondere im Bereich der Gesundheitspolitik und -reformen in mittel- und osteuropäischen Ländern.

Aufgaben

  • Literaturrecherche und Literaturmanagement
  • Unterstützung bei der Dateneingabe und -verarbeitung


Voraussetzungen

  • Kenntnisse in Literaturverwaltungsprogrammen
  • Erfahrung in der Suche nach wissenschaftlicher Literatur und deren Analyse
  • Sehr gute Englischkenntnisse


Ertila Druga bietet

  • Vergütung nach den an der Universität Bremen für studentische Hilfskräfte üblichen Sätzen
  • Einblicke in ein interessantes Arbeits- und Forschungsfeld


Ihre Bewerbung mit kurzem Lebenslauf und einem aktuellen Transcript of Records senden Sie bitte als PDF-Dokument bis zum 21. Dezember 2019 an folgende E-Mail-Adrese: ertila.druga@uni-bremen.de

Dr. Nils Düpont
Dr. Nils Düpont
Nils Düpont war für Teilprojekt A01 mehrere Wochen in Göteborg, um die Zusammenarbeit mit dem schwedischen Demokratieforschungsinstitut voranzubringen. Was er sich davon verspricht, erzählt er im Interview.

Du warst im Sommer für einige Zeit als Gastwissenschaftler am V-Dem Institute in Göteborg, das sich die Aufgabe stellt, Demokratie weltweit zu vermessen. Aus deinem Aufenthalt ist nun eine Kooperation zwischen unserem SFB und dem V-Dem Institut entstanden. Wie kam es dazu?

Meine Aufgabe im SFB ist unter anderem, Informationen zu sammeln über nationalstaatliche und insbesondere politische Variablen. Mein persönliches Interesse gilt da vor allen Dingen den Parteien und ihrer Ideologie bzw. Verortung und die Frage, welchen Einfluss das auf die Einführung und Ausbreitung von Sozialpolitik hat. Bislang gibt es dazu wenig Daten, die weit zurückreichen oder einen globalen Scope haben. Aus diesem Grund hatte ich angefangen, mit Holger Döring, einem Kollegen am Lehrstuhl von Philip Manow, zusammenzuarbeiten und Daten zu erheben, im ersten Schritt über Wahlergebnisse und Parteien in allen Ländern, die wir im SFB untersuchen – von 1880 bis heute. Holger hatte schon länger Kontakt zu Anna Lührmann vom V-Dem-Team. Sie ist dort Deputy Director und hatte ein neues Projekt angestoßen, wo sie bei ihrer Untersuchung bis auf Parteiebene gehen wollten. Es war schnell klar, dass die Daten, die wir am SFB erheben und zum Großteil schon validiert hatten, eigentlich die Basis darstellen für das, was V-Dem vorhatte. Und über diese Verbindung kam dann die Kooperation zustande.

Was trägt der SFB also in der Kooperation bei?

Wir liefern Informationen über Wahlen, Parteien und Wahlergebnisse aus aller Welt seit 1880. Diese Daten bilden die Grundlage für das V-Party-Projekt. Und auf Grundlage dieser Daten wird auch gesteuert, für welche Parteien und welches Jahr die Experten anschließend Fragen zu den Parteien, ihrer Ideologie und ihren organisationalen Merkmalen bekommen.

Und was bekommt der SFB?

Das Entscheidende ist, dass wir damit für Parteien teilweise erstmalig überhaupt Informationen über ihre Ideologie oder einige organisationelle Merkmale bekommen, die bislang so noch gar nicht im Fokus der Parteienforschung stehen. Auch in der Parteienforschung haben wir nämlich - analog zur Sozialpolitikforschung im SFB - einen relativ starken OECD-Bias. Lateinamerika ist noch relativ gut erfasst. Sobald man dann aber nach Afrika oder Asien schaut, wird es spärlicher mit Expertise, Informationen und Analysen. Und das Schöne an V-Dem ist ja, dass sie dieses globale Netzwerk an Experten haben, der Survey jetzt schon ein paar Jahre läuft und wir damit auch an Experten kommen, die uns solche Parteien einschätzen, für die wir bislang noch wenig bis gar keine Informationen haben. Diese Informationen helfen uns, die Parteien überhaupt ideologisch einzuschätzen. Und zusammen mit den von uns erhobenen Informationen über beispielsweise die Stärke im Parlament lassen sich dann unabhängige Variablen kreieren für die Sozialpolitikforschung und die Frage: Welchen Einfluss haben Parteien auf die Einführung oder Ausbreitung von Sozialpolitik? In der Summe kriegen wir also für den SFB Informationen zurück, die wir als Variablen im Stile der sogenannten Partisan Politics testen können.

Was hast du konkret gemacht in Göteborg bei V-Dem?

Im Wesentlichen haben wir konzeptuell ein paar Dinge besprochen und die Daten, die wir bislang erhoben hatten, noch einmal harmonisiert. Diese vorläufigen Daten haben wir anschließend zum Validierungscheck an Länder- und Regionsexperten geschickt. Insgesamt konnten wir also während meines Aufenthalts den ersten Grundstein legen, auf dem wir jetzt weiter aufbauen.

Mit wem hast du in Göteborg zusammengearbeitet?

Im Wesentlichen mit Anna Lührmann, die auch das V-Party-Projekt leitet. V-Party ist angelehnt an V-Dem, an die Methodologie und das ganze Setup. Das Besondere dabei ist, dass V-Dem bislang immer auf einer makro-quantitativen Land-Jahr-Logik basierte und es mit V-Party das erste Mal ein Projekt gibt, das in die Länder hineingeht, also eine Ebene tiefer. Das bringt natürlich ganz eigene Schwierigkeiten in der Datenerhebung mit sich. Aber die Zeit war reif, diesen Versuch zu wagen. Anna Lührmann ist als Projektleiterin die zentrale Figur, die auch das Expertennetzwerk zusammenhält.

Was kann man von dem Survey erwarten?

Die Vorbereitung für den Survey geht jetzt in die heiße Phase. Nachdem die Plausibilitätsprüfung und Validierung durch die Regionsexperten durch ist, haben wir das Feedback eingearbeitet und damit die Datenerhebung praktisch abgeschlossen. Parallel wird gerade der Technische Stack aufgesetzt, dass der Survey dann im Januar ausrollen kann. Dazu werden gerade noch die letzten Experten rekrutiert. Die können sich dann auf einer Web-Plattform einloggen und bekommen die entsprechenden Informationen angezeigt. Dafür ist es ganz wichtig, dass die Rohdaten korrekt sind, damit die Coder dann auch das Richtige sehen und damit was anfangen können. Wenn alles gut läuft, sollte der Survey im Januar abgeschlossen sein. Dann beginnt bei den V-Dem-Leuten der übliche Prozess: Datenbereinigung und Aufbereitung. Wir hoffen, dass im Frühjahr nächsten Jahres die Daten soweit fertig sind, dass man erste Analysen machen kann. Und dass wir dann ein bisschen mehr erfahren über Parteien in der Welt, über die wir bislang wenig bis gar nichts wissen.


Kontakt:
Dr. Nils Düpont
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57060
E-Mail: duepont@uni-bremen.de

Prof. Dr. Kerstin Martens, Prof. Dr. Marianne Ulriksen, Sharla Plant, Dr. Lorraine Frisina Doetter, Prof. Dr. Delia González de Reufels
Prof. Dr. Kerstin Martens, Prof. Dr. Marianne Ulriksen, Sharla Plant, Dr. Lorraine Frisina Doetter, Prof. Dr. Delia González de Reufels
In einem Workshop mit der Redakteurin Sharla Plant wurden die Pläne für die kommenden zwei Jahre konkretisiert und Ideen für weitere Bände entwickelt.

Anfang Dezember trafen sich die Herausgeberinnen der neuen SFB-Palgrave-Macmillan-Buchreihe „Global Dynamics of Social Policy“, Lorraine Frisina Doetter, Delia González de Reufels, Kerstin Martens und Marianne Ulriksen mit der Palgrave-Redakteurin Sharla Plant in Bremen. Gemeinsam wurde festgelegt, dass im kommenden Jahr drei Bände erscheinen werden:

  • Carina Schmitt (Hrsg.): Social Protection in the Global South
  • Lutz Leisering (Hrsg.): A Hundred Years of Social Security in Middle-Income Countries
  • Kerstin Martens, Dennis Niemann & Alexandra Kaasch (Hrsg.): International Organizations in Global Social Policy


Anschließend wurde der Entwurf eines Sammelbandes diskutiert, der in rund 40 Kurzbeiträgen eine kurze Geschichte sozialpolitischer Wendepunkte weltweit erzählen wird. Die Beiträge werden ausschließlich von SFB-Mitgliedern geliefert und fußen auf bisherigen Ergebnissen der 15 SFB-Teilprojekte. Der Band wird in der ersten Hälfte 2021 erscheinen.

Nachdem die Herausgeberinnen ein Design für die Palgrave-SFB-Reihe festgelegt hatten, traf sich Sharla Plant am Nachmittag mit rund einem Dutzend Autorinnen und Autoren, die in Einzelgesprächen ihre Ideen für weitere Bände präsentierten. Diese werden in den nächsten Monaten weiterentwickelt und konkretisiert.

Dr. Stefan Giljum
Dr. Stefan Giljum
Stefan Giljum von der Wirtschaftuniversität Wien präsentierte sein Datenbank- und Analyseprojekt zu Rohstoffströmen und ihren ökologischen sowie sozialen Folgen.

Stefan Giljum von der Wirtschaftsuniversität Wien war beim SFB 1342 zu Gast, um sein Datenbank- und Analyseprojekt FINEPRINT zu präsentieren. Das Ziel von FINEPRINT ist Wissen zu generieren, das den Zusammenhang zwischen Produktions- und Konsumverhalten (Fokus: "Globaler Norden") und den ökologischen und sozialen Folgen der Ressourcenextraktion vor Ort (Fokus: „Globaler Süden“) analysierbar macht. Grundsätzlich werden globale Wertschöpfungsketten in ihrer materiellen Zusammensetzung aufgeschlüsselt. Das Resultat ist eine wachsende Datenbank mit disaggregierten und georeferenzierten Daten.

Vor einem größeren Publikum zeichnete Giljum die Wege ausgewählter Materialflüsse nach vom Ort der Ressourcenentnahme, über die Produktion bis zum Wertschöpfungssegment in den Konsumregionen und analysierte sie hinsichtlich ihrer ökologischen Folgen am Ort der Rohstoffschöpfung (z.B. Wasserknappheit, Entwaldung, Flächenverbrauch). In der anschließenden Diskussion ging es auch darum, wie diese Daten Analysen hinsichtlich sozioökonomischer Effekte ermöglichen. Für die SFB-Mitglieder war ein sehr interessanter Diskussionspunkt, wie subnationale Daten die (inter-)nationale Perspektive des SFBs ergänzen können.

Am Vormittag hatte das A01-Teilprojekt ein internes Treffen mit Stefan Giljum. Dort stellte er das mit einem ERC-Consolidator-Grant ausgestattete Datenbank- und Analyseprojekt FINEPRINT im Detail vor. Es folgte ein intensiver Erfahrungsaustausch über Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten beim Aufbau großer Informationssysteme wie WeSIS oder der FINEPRINT-Datenbank. Insbesondere die folgenden Punkte wurden diskutiert:

  • Umgang mit Copyrights bei Nutzung bestehender Datensätze
  • Dokumentation und Pflege der eigenen Datenbestände
  • Umsetzung der Open Source Prinzipien
  • Datenqualität (z.B. Validierung, Harmonisierung)


Es hat sich gezeigt, dass FINEPRINT ein gutes Beispiel für den Aufbau einer Datenbank mit gelungenen Visualisierungen und Analysemöglichkeiten ist, an denen sich WeSIS in einigen Punkten orientieren kann. In dem Gespräch haben sich einige Schnittstellen zwischen den Projekten ergeben, die Ideen für zukünftige Kooperationen hervorgebracht haben.


Kontakt:
Prof. Dr. Ivo Mossig
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 / 421 / 218 67410
E-Mail: mossig@uni-bremen.de

Die Einstellung erfolgt voraussichtlich zum 01. Februar 2020, die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 5 Stunden.

Das Teilprojekt B02 des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichs 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" sucht zum 01. Februar 2020

eine studentische Hilfskraft (m/w/div.) mit 5 Std. pro Woche.

In dem von Prof. Dr. Delia González de Reufels geleiteten Teilprojekt B02 "Herausbildung, Aus- und Umbau des Sozialstaats im Cono Sur im Austausch mit (Süd-)Europa, 1850-1990" werden anhand der staatlichen Eingriffssphären Gesundheit und Arbeiterschutz die Entstehung und Verbreitung von Sozialpolitik historisch untersucht. Die Untersuchungsländer sind Argentinien, Chile und Uruguay, die in der ersten Projektphase von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der 1930er Jahre analysiert werden.

Die Einstellung erfolgt voraussichtlich zum 01.02.2020 für einen Zeitraum von fünf Monaten; eine Verlängerung ist angedacht.

Aufgaben

  • Literaturrecherche und Literaturverwaltung
  • Einarbeitung von Daten in eine Datenbank
  • Mitarbeit bei der Organisation und Durchführung von Workshops
  • Mitarbeit bei der Redaktion von Texten


Voraussetzungen

  • Kenntnisse im Umgang mit Programmen für Literaturverwaltung
  • Erfahrungen in der Suche und Auswertung von Fachliteratur
  • Sehr gute bis gute Kenntnisse der englischen Sprache, Spanischkenntnisse sind von Vorteil
  • Freude an organisatorischen Aufgaben und an der Arbeit im Team


Wir bieten

  • Vergütung nach den an der Universität Bremen für Studentische Hilfskräfte üblichen Sätzen
  • Einblicke in ein interessantes Arbeits- und Forschungsfeld, das auf der Schnittstelle zweier Disziplinen liegt
  • Mitarbeit in einem motivierten Team und dynamischen SFB
  • Abwechslungsreiche Aufgaben im Kontext des SFB 1342


Ihre Bewerbung mit kurzem Lebenslauf und einem aktuellen Transcript of Records senden Sie bitte als PDF-Dokument bis zum 12. Dezember 2019 an Prof. Dr. Delia González de Reufels unter folgender E-Mail-Adresse: dgr@uni-bremen.de

Dr. Oliver Burtin
Dr. Oliver Burtin
Der Historiker Olivier Burtin von der LMU war zu Gast beim SFB 1342 und interpretierte die Generosität der Veteranenversorgung als Ergebnis zahlreicher kausaler Mechanismen.

Anfang November war Olivier Burtin, Historiker an der Ludwig-Maximilians-Universität München, zu Gast beim SFB 1342. Burtin hielt einen Gastvortrag am Socium und nahm an den folgenden Tagen teil an der Konferenz "Causal Mechanisms in the Analysis of Social Policy Dynamics".

Burtin erforscht die Entwicklung des US-amerikanischen Sozialprogramms, das ausschließlich den Kriegsveteranen zugute kommt und mit jährlich rund 220 Milliarden US-Dollar mit einem beträchtlichen Budget versehen ist. Burtin interpretierte das Sozialprogramm für Kriegsveteranen als Ergebnis etlicher kausaler Mechanismen:

  • die USA waren an vielen Kriegen beteiligt
  • die Kriege wurden fast ausschließlich außerhalb des Landes geführt, wodurch die Zivilbevölkerung im Gegensatz zu den Soldaten kaum betroffen war – dieses Gefälle verleiht den Ansprüchen der Veteranen moralisches Gewicht
  •  die Veteranen-Organisation sind etablierte und einflussreiche politische Kräfte
  • Sozialleistungen für Veteranen haben eine lange Tradition
  • bis Mitte des 20. Jahrhunderts bestand die US-Armee fast ausschließlich aus weißen Männern, einer Gruppe mit großem politischen Gewicht
  • und schließlich schreckten Politiker davor zurück, Leistungen für Veteranen zu kürzen, um ihre Erfolgsaussichten bei Wahlen nicht zu gefährden.

 


Kontakt:
Prof. Dr. Delia González de Reufels
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Geschichtswissenschaft / FB 08
Universitäts-Boulevard 13
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67200
E-Mail: dgr@uni-bremen.de

Workshop mit internationalen Kolleginnen und Kollegen.
Workshop mit internationalen Kolleginnen und Kollegen.
B06-Mitglieder und weitere internationale Expertinnen und Experten erörterten den Transfer sozialpolitischer Konzepte aus der OECD-Sphäre in die post-sowjetische Region. Die Ergebnisse des Workshops sollen in der "Global Social Policy" erscheinen.

Das SFB-Teilprojekt B06 "Externe Reformmodelle und interne Debatten bei der Neukonzipierung von Sozialpolitik in der post-sowjetischen Region" hat einen internationalen Workshop zum Thema "International knowledge transfer in social policy: The case of the post-Soviet region" am 9. November 2019.

Der Workshop mit Teilnehmern aus dem post-sowjetischen Raum sowie aus Europa und Nordamerika brachte Experten aus Politikwissenschaft, Wirtschaft, Soziologie und anderen relevanten Wissenschaftsdisziplinen zusammen. Ziel war es, ein umfassenderes Bild vom Einfluss sozialpolitischer Konzepte aus der OECD-Welt auf Reformprozesse im post-sowjetischen Raum zu zeichnen. Die intensiven Diskussionen konzentrierten sich insbesondere auf die Rolle internationaler Akteure bei diesem Wissenstransfer und auf die innerstaatliche Bewertung dieser sozialpolitischen Konzepte. Für diesen Workshop wurde Wissenstransfer als offener und multidirektionaler Prozess mit einer starken diskursiven Dimension verstanden.

Das Ergebnis des Workshops wird der Global Social Policy für ein Sonderheft vorgelegt, in dem es darum geht, wie die zugrunde liegenden sozialpolitischen Konzepte wahrgenommen und bewertet werden und insbesondere welche Rolle innenpolitische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit den westlichen Reformmodellen beimessen. Gleichzeitig soll in der Sonderausgabe ein breites Spektrum von Akteuren beleuchtet werden (nicht nur internationale Regierungsorganisationen, sondern auch relevante Nichtregierungsorganisationen und internationale Experten). Der Fokus der Analyse liegt daher auf den Hauptakteuren bei der (noch laufenden) Neugestaltung der post-sowjetischen Sozialsysteme. Die Beiträge für das vorgeschlagene Sonderheft stammen aus unterschiedlichen Disziplintraditionen, laufen aber in ihrem grundsätzlichen Fokus auf den internationalen Wissenstransfer und die innerstaatliche Bewertung der damit verbundenen sozialpolitischen Konzepte zusammen.


Kontakt:
Prof. Dr. Heiko Pleines
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Forschungsstelle Osteuropa
Klagenfurter Straße 8
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-69602
E-Mail: pleines@uni-bremen.de

Prof. emer. Dr. Renate Mayntz
Prof. emer. Dr. Renate Mayntz
Auf einer zweitägigen Konferenz diskutierten Mitglieder des SFB 1342 mit internationalen Kolleginnen und Kollegen, wie sich sozialpolitische Phänomene mithilfe kausaler Mechanismen erklären lassen.

Sozialwissenschaftliche Analysen, die lediglich auf der Korrelation von Variablen beruhen, können komplexe soziale Phänomene nicht vollständig erklären. Die Black Box bleibt verschlossen: Es bleibt unklar, wie das Ergebnis eines Prozesses tatsächlich zustande kommt. Aktuelle Ansätze versuchen mit der „mechanism-based explanation“ dieses Defizit zu beseitigen. Ziel der von unserem SFB-Teilprojekt B01 organisierten Konferenz war es, die Diskussion über die Charakteristika kausaler Mechanismen anzuregen und eine engere Verbindung zwischen diesen Konzepten und der Untersuchung sozialpolitischer Entwicklungen herzustellen.

An der Konferenz nahmen knapp 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teil, darunter viele, die die Diskussion um kausale Mechanismen wesentlich geprägt haben. Keynote-Vorträge kamen von Renate Mayntz (Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung), Gary Goertz (University of Notre Dame) und James Mahoney (Northwestern University). Die Brücke zur Sozialpolitikforschung schlug Armando Barrientos (University of Manchester und derzeit Mercator Fellow am SFB) mit einem Vortrag über die Entwicklung der Sozialversicherung in Lateinamerika.

In den verschiedenen Sessions wurden einerseits theoretische und methodische Beiträge zu kausalen Mechanismen präsentiert und andererseits Fallbeispiele vorgestellt, in denen sozialpolitische Entwicklungen in verschiedenen Ländern mithilfe kausaler Mechanismen analysiert werden. In der Plenary Session ging es schließlich um die Frage, ob eine „Toolbox“ von kausalen Mechanismen zusammengestellt werden könne, die für die Analyse von sozialen Phänomenen genutzt werden kann. Johanna Kuhlmann und Frank Nullmeier (SFB 1342) konzentrierten sich in ihrem Vortrag auf eine akteurszentrierte Variante kausaler Mechanismen und näherten sich der Frage nach einer Toolbox über die Unterscheidung von elementaren und komplexen kausalen Mechanismen an. Peter Starke (University of Southern Denmark) diskutierte die Frage nach einer Toolbox am Beispiel von Mechanismen aus der Diffusionsliteratur.

Prof. Armando Barrientos
Prof. Armando Barrientos
Barrientos, ein führender Experte für Sozialpolitik und Armutsbekämpfung im Globalen Süden, wird bis Anfang Dezember in Bremen bleiben.

Armando Barrientos ist seit Mitte vergangener Woche als Mercator Fellow Mitglied des SFB 1342. Barrientos ist ein international führender Experte für Sozialpolitik und Armutsbekämpfung im Globalen Süden, er hat sich zuletzt intensiv mit der Expansion von Social Assistance in Lateinamerika, Südasien und in Subsahara-Afrika beschäftigt.

Barrientos bleibt zunächst bis Anfang Dezember in Bremen. Während dieser Zeit nimmt er an der Konferenz „Causal Mechanisms in the Analysis of Social Policy Dynamics“ Teil, auf der er einen Vortrag halten wird zu „The rise and fall of Bismarckian social policy in Latin America“. In den kommenden Wochen wird Barrientos außerdem verschiedene Teilprojekte des SFB 1342 beraten. Auch nach seinem Aufenthalt wird Barrientos dem SFB 1342 als Berater und Kooperationspartner erhalten bleiben. Im kommenden Jahr wird er beispielsweise ein Kolloquim für Doktorandinnen und Doktoranden veranstalten, die zu Sozialpolitik in Lateinamerika forschen.

Armando Barrientos ist der erste Mercator Fellow am SFB 1342. Die von der DFG geförderten Mercator Fellowships ermöglichen einen intensiven und langfristigen Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Ausland. Die Fellows teilweise vor Ort, bleiben aber auch über die Dauer ihres Aufenthaltes hinaus mit den am Projekt Beteiligten in Kontakt.


Kontakt:
Prof. Armando Barrientos
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58521
E-Mail: Armando.Barrientos@manchester.ac.uk

Prof. John W. Meyer
Prof. John W. Meyer
Der Stanford-Professor diskutierte in einem Workshop die Projekte von vier Doktorandinnen und Doktoranden. Zuvor hatte er einen Vortrag zu New Institutionalism gehalten, der auf Video dokumentiert ist.

John W. Meyer ist derzeit Hans-Koschnick-Professor am Socium und am SFB 1342. Am 30. Oktober gab er einen Workshop zu New Institutionalism: Zu Beginn stand sein Vortrag "New Institutionalis in a Globalizing World". Anschließend präsentierten vier Doktorandinnen und Doktoranden des SFB 1342 ihre Forschungsprojekte und bekamen von John W. Meyer sowie weiteren Gästen wertvolles Feedback. 

John W. Meyer arbeit noch bis Mitte November an der Universität Bremen. Seinen Vortrag können Sie hier verfolgen:


Kontakt:
Prof. Dr. Michael Windzio
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58629
E-Mail: mwindzio@uni-bremen.de