Aktuelles

Hier finden Sie Neuigkeiten aus dem Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik": Zusammenfassungen aktueller Forschungsergebnisse, Hinweise auf Veröffentlichungen, Ergebnisse von Veranstaltungen und weiteres aus den Teilprojekten.

Sooahn Meier
Sooahn Meier
Sooahn arbeitet seit gut zwei Wochen in Teilprojekt B12. Im Interview erzählt sie, wie sie von Seoul über Berlin nach Bremen gekommen ist und was sie sich für ihre Doktorarbeit vorgenommen hat.

Liebe Sooahn, du bist seit knapp zwei Wochen in Bremen, herzlich willkommen beim SFB 1342! Wo warst du die Jahre zuvor und was hast du in der Zeit gemacht?

Ich habe in Seoul meinen Bachelor gemacht in Politikwissenschaft mit dem Nebenfach Nordkoreanistik. Anschließend habe ich in Berlin International Relations studiert in einem gemeinsamen Masters-Programm der Freien Universität, der Humboldt-Universität und der Universität Potsdam. Das war sehr cool, drei Universitäten auf einmal! Dadurch habe ich sehr viele verschiedene Menschen kennengelernt und viel über die verschiedenen Strukturen der Unis gelernt.

War das Programm auf ein oder zwei Jahre angelegt?

Zwei Jahre. Die Hälfte der Credit Points musste man auf Englisch sammeln, die anderen in beliebigen anderen Sprachen. Dadurch war das Programm sehr international mit vielen Studierenden aus verschiedenen Ländern.

Warum hast du dich damals für ein Master-Programm in Deutschland entschieden?

Während meines Bachelor-Studiums in Seoul habe ich drei Auslandssemester in Deutschland gemacht: in Trier, in Chemnitz und in Berlin. Berlin hat mir am meisten gefallen. Ich wusste nach meinem Bachelor noch nicht genau, ob ich weiterstudieren sollte. Also habe ich ein Praktikum beim südkoreanischen Generalkonsulat in Frankfurt a.M. gemacht und anschließend ein Jahr als konsularische Assistentin der Abteilung Political Affairs gearbeitet. Nach diesen eineinhalb Jahren dachte ich: Jetzt bin ich bereit, weiter zu studieren, und bin nach Berlin gezogen.

Bremen ist eine schöne Stadt mit hoher Lebensqualität, aber von Berlin ziehen nicht viele hierher. Was gab für dich den Ausschlag?

Ich war auf der Suche nach Papern zum Thema Covid-19 und Internationalen Organisationen und bin dabei auf Kerstin Martens gestoßen, deren Namen ich noch aus meinem Bachelorstudium kannte. So bin ich auf die Seiten der Uni Bremen gekommen und habe gesehen, dass Kerstin und ihre Kolleginnen neue Mitarbeiter:innen suchen. Ende Februar habe ich mich dann beworben. Das Bewerbungsgespräch war wirklich sehr gut, und schon am selben Nachmittag habe ich die Zusage bekommen! Aber ich war nicht sicher, ob ich ganz allein von Berlin nach Bremen umziehen möchte, denn ich habe mir in den Jahren meine persönliche Infrastruktur aufgebaut mit Freunden, Familie und so weiter. Ich wusste auch nicht, ob eine Doktorarbeit tatsächlich das Richtige für mich ist. Aber dann hat mich Kerstin angerufen, und wir haben über ein Stunde lang über das Projekt und die Kolleg:innen gesprochen. Danach war ich mir sicher: In dieser Konstellation kann ich meine "PhD-Journey" antreten.

Hast du dich schon immer für Internationale Organisationen interessiert?

Ja, schon seit meinem Bachelorstudium, in dem ich ja auch Nordkoreanistik studiert habe. Als Südkoreanerin habe ich überhaupt keinen Zugang zu Original-Daten oder Medienberichten aus Nordkorea. Als Nicht-Südkoreanerin ist das ganz anders: Mit einer deutschen IP-Adresse kann ich z.B. nordkoreanische Websites anschauen. Von Südkorea aus geht das nicht. Jeglicher Austausch mit Nordkorea, den man vor oder nach der Interaktion bei der südkoreanischen Behörde nicht klärt, ist für Südkoreaner:innen illegal. Eine Möglichkeit der Annäherung an Nordkorea ist der Umweg über Internationale Organisationen. Daher bin ich seit Beginn meines Studiums sehr interessiert an IOs wie dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, denn der hat viel mit Nordkorea zu tun.

Euer Projekt untersucht, wie Internationale Organisationen die Covid-19-Politik von Nationalstaaten beeinflusst haben, und hat mehrere Segmente: Ihr forscht zu globalen IOS, regionalen IOs und macht Länderfallstudien. In welchem Segment wirst du arbeiten?

Ich werde – das ist mein aktueller Stand nach zwei Wochen in Bremen – für die OECD als globale IO zuständig sein und ASEAN als regionale Organisation. Und als Fallstudie werde ich zu Thailand arbeiten, weil es natürlich einen direkten ASEAN-Bezug gibt.

Hast du schon ein Thema für deine Doktorarbeit im Kopf?

Ich lese gerade sehr viel, um meine Idee noch zu konkretisieren. Ich möchte in meiner Doktorarbeit nicht nur die Empfehlungen der IOs untersuchen, sondern auch, wie die Länder darauf reagieren oder auch die Arbeit der IOs z.B. durch Feedback oder Best Practice beeinflussen. Ich möchte also die Top-down- durch die Bottom-up-Perspektive ergänzen. Außerdem interessiere ich mich für digitale Technologie, darüber hab ich auch meine Masterarbeit geschrieben. Es ging darum, wie digitale Technologie die Stabilität autoritärer Regimen beeinflusst. In der Pandemiepolitik spielen digitale Technologien bekanntlich eine große Rolle, z.B. durch digitale Impfpässe, Homeoffice, Tracing-Apps. Die digitalen Technologien haben viele positive Wirkungen, aber auch negative. Beispielsweise wurden viele soziale Gruppen beim Einsatz digitaler Technologien teilweise ignoriert oder marginalisiert, z.B. ältere Menschen oder solche ohne Zugang zu technischen Geräten. Solche Prozesse möchte ich mir in meiner Arbeit anschauen.

Und hast du schon Pläne für die Zeit nach deinem PhD?

Ich möchte die kommenden dreieinhalb Jahre nutzen, darüber nachzudenken. Aber ich möchte gern weiter wissenschaftlich arbeiten.


Kontakt:
Sooahn Meier
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
E-Mail: someier@uni-bremen.de

Zu den Aufgaben gehören Daten- und Literaturrecherche sowie die Klassifizierung, Annotation und Codierung von Dokumenten. Die Arbeitszeit beträgt bis zu 37 Stunden pro Monat.

An der Universität Bremen sind im Sonderforschungsbereich 1342 im Projekt "Globale Entwicklungen in Gesundheitssystemen" folgende Stellen zu besetzen:

Studentische Hilfskräfte mit bis zu 37 Std./Monat

Eintrittstermin: zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Die Stelle ist befristet, eine längerfristige Anstellung wird jedoch angestrebt.

Das Projekt ist Teil des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichs 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" und wird von Prof. Dr. Heinz Rothgang, Prof. Dr. Sebastian Haunss und Dr. Lorraine Frisina Doetter geleitet.

Ziel des Projekts ist es, die historische Entwicklung der Inklusivität und des Leistungsumfangs von Gesundheitssystemen weltweit abzubilden. Dazu entwickeln wir ein KI-gestütztes System, das die Klassifikation und Annotation eines großen Dokumentenkorpus ermöglicht.

Aufgaben

  • Datenbank- und Literaturrecherche
  • Unterstützung bei der systematischen Klassifizierung von Dokumenten
  • Unterstützung bei der Annotation / Kodierung von Dokumenten
  • Unterstützung bei administrativen Aufgaben


Anforderungen

  • Ausgezeichnete Englischkenntnisse
  • Kenntnisse in Französisch, Spanisch oder Russisch sind erwünscht
  • Erfahrung in der Literaturrecherche
  • Selbstständige, zuverlässige und organisierte Arbeitsweise
  • Interesse an Sozialpolitik, Gesundheitspolitik und/oder gesundheitlicher Ungleichheit


Wünschenswert

  • Erfahrung mit Literaturverwaltungssoftware, insbesondere Zotero
  • Erfahrung in der Annotation / Kodierung von Textdokumenten
  • Interesse an der Verarbeitung natürlicher Sprache und der Anwendung von künstlicher Intelligenz

 
Frist für die Bewerbung: Fortlaufend, bis die Stellen besetzt sind.

Bewerbungen mit Lebenslauf und kurzem Motivationsschreiben richten Sie bitte an Gabriela de Carvalho (decarvalho@uni-bremen.de).


Kontakt:
Dr. Gabriela de Carvalho
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57078
E-Mail: decarvalho@uni-bremen.de

Die Aufgabe des neuen SFB-Mitglieds ist die Weiterentwicklung des webbasierten Global Welfare State Information Systems (WeSIS), in enger Zusammenarbeit mit unseren Wissenschaftler:innen.

An der Universität Bremen ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt – unter dem Vorbehalt der Stellenfreigabe – eine Stelle für eine/n

Wissenschaftlich-Technische:r Angestellte:r (w/m/d) als Software-Entwickler:in (w/m/d)

Entgeltgruppe 13 TV-L (Vollzeit) unbefristet zu besetzen.

Die Universität Bremen beabsichtigt, den Anteil von Frauen zu erhöhen und bittet deshalb Frauen ausdrücklich, sich zu bewerben.

Die Entwicklung von Software zur Unterstützung des wissenschaftlichen Forschungsprozesses sowie zur langfristigen Bereitstellung von Forschungsdaten ist eine zentrale Aufgabe an der Universität Bremen. Die Stelle ist zunächst dem SFB 1342 (Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik) zugeordnet, um dort federführend das Global Welfare State Information System (WeSIS) weiterzuentwickeln. Dort wurde in den letzten vier Jahren ein webbasiertes Informationssystem konzipiert und entwickelt, das Forscher:innen (w/m/d) aus der Sozialpolitik unterstützt, ihre Datensammlung und Datenanalyse zu organisieren. Der aktuelle Prototyp ist auf deren Bedürfnisse zugeschnitten und soll 2024 öffentlich zugänglich gemacht werden und nachhaltig der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung stehen. Auf der Grundlage der ermittelten Designanforderungen wurde zudem Algorithmen entwickelt, die Forscher:innen (w/m/d) bei der automatischen Datenvalidierung, -speicherung, -exploration und -weitergabe unterstützen (https://socialpolicydynamics.de/projekte/informationsinfrastrukturprojekt).

Das Projekt im SFB 1342 ist zunächst bis 2025 organisiert, eine Verlängerung mit dem Schwerpunkt auf den Forschungstransfer und die Öffentlichkeitsarbeit ist bis 2029 geplant. Danach wird die Stelle in den zentralen IT-Dienstleistungsbereich der Universität Bremen übergehen.

 

Ihre Aufgaben

Ihre Aufgabe wird es sein, das bestehende webbasierte Informationssystem zu testen, zu verbessern und zu erweitern. Dabei steht der anvisierte Launch in 2024 im Vordergrund. Zudem werden sie neue Systemfunktionen für Datenanalyse und Visualisierung gemeinsam mit Nutzer:innen (w/m/d) entwickeln und implementieren.

Unser Angebot: Sie arbeiten zusammen mit einem in einem interdisziplinären Team aus Wissenschaftler:innen (w/m/d) und Techniker:innen (w/m/d) und stimmen sich regelmäßig und eng mit den leitenden Professor:innen (w/m/d) ab. Sie arbeiten an einem Zukunftsthema für die wissenschaftlichen Dienstleistungen kooperativ mit Software-Entwickler:innen (w/m/d) aus anderen Fachbereichen und dem Data Science Center. Dabei haben Sie Kontakt zu diversen Forschungsthemen aus der Sozialpolitik und der Informatik.

 

Ihr Profil

Sie verfügen über ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master, Diplom oder vergleichbarer Abschluss) vorzugsweise der Fachrichtung Informatik, Wirtschaftsinformatik oder einen Abschluss in anderen Fächern mit nachgewiesener Expertise in der Entwicklung webbasierter Software.

Sie bringen Erfahrung in der Web-Entwicklung mit HTML, CSS, JavaScript sowie Erfahrung mit relationalen Datenbanksystemen (PostgreSQL oder vergleichbar) mit. Sie verfügen über Erfahrungen im Bereich Datenanalyse oder Informationsvisualisierung. Wichtig sind außerdem Kenntnisse in der agilen Softwareentwicklung sowie Englische Sprachkenntnisse (CEF Level C1). Darüber hinaus verfügen Sie über Kenntnisse in der partizipativen Softwareentwicklung.

Neben der Fähigkeit zur konstruktiven teamorientierten Arbeit legen Sie einen besonderen Wert auf eine starke Nutzer:innenorientierung. Sie arbeiten eigenständig, strukturiert und problemlösungsorientiert. Darüber hinaus bringen Sie kommunikative Kompetenzen sowie die Fähigkeit zum konzeptionellen und analytischen Denken mit.

Wir bieten unseren Mitarbeitenden ein hohes Maß an Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Schwerbehinderten Bewerber:innen (w/m/d) wird bei im Wesentlichen gleicher fachlicher und persönlicher Eignung der Vorrang gegeben.

Bewerbungen von Menschen mit einem Migrationshintergrund werden begrüßt.

Für Rückfragen steht Ihnen Prof. Dr. Andreas Breiter unter der Rufnummer +49 421-218 56571 gerne zur Verfügung.

Bewerbungen sind bis zum 17.05.2022 unter Angabe der Kennziffer A126/22 zu richten an:

Universität Bremen
Dezernat 2 – Personalangelegenheiten
Postfach 33 04 40
28334 Bremen

Wir bitten Sie, uns von Ihren Bewerbungsunterlagen nur Kopien (keine Mappen) einzureichen, da wir sie nicht zurücksenden können.


Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Breiter
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
E-Mail: abreiter@ifib.de

Das Projekt untersucht die Entwicklung von Familienpolitik weltweit - die Aufgaben umfassen Daten- und Literaturrecherche sowie -aufbereitung, die Arbeitszeit beträgt 9 Stunden/Woche.

At the University of Bremen, the following position is available in the Collaborative Research Centre 1342's project "Pathways to Family Policy Universalism: Inclusiveness and Scope of Family Policies in Global Perspective": 

Student Assistant with up to 9 hrs/week

Start date: As soon as possible. The position is temporary, a longer-term employment is intended.

The project is a part of the DFG-funded Collaborative Research Centre 1342 "Global Dynamics of Social Policy" and is directed by Prof. Sonja Drobnič. 

This project is about surveying the historical development of family policy measures in all countries of the world and explaining the spread across national borders. The role of international women's movements and civil society organisations will also be considered. 


Tasks:

  • Database and literature research
  • Collecting statistical data from text documents
  • Editing of previously collected data
  • Support in data analysis


Requirements:

  • Interest in social policy and/or macro-comparative data and research questions
  • Good level of English (other language skills are welcome)
  • Experience in literature research and/or document analysis
  • Independent, reliable and structured working style
  • Knowledge of R (especially data management) or STATA is an advantage


Please send an applications with CV and short letter of motivation electronically as a pdf attachment to:

Tobias Böger, boeger@uni-bremen.de and Sonja Drobnič, drobnic@uni-bremen.de


Kontakt:
Dr. Tobias Böger
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58586
E-Mail: tobias.boeger@uni-bremen.de

Dr. Simon Gerards Iglesias
Dr. Simon Gerards Iglesias
Der Historiker hat in seiner Arbeit die Sozialpolitik Argentiniens in den Jahren 1919 bis 1943, das Wirken relevanter Akteure und den Einfluss der ILO untersucht.

Simon Gerards Iglesias hat in dem Ende 2021 abgeschlossenen Teilprojekt Herausbildung, Aus- und Umbau des Sozialstaats im Cono Sur im Austausch mit (Süd-)Europa (1850-1990) promoviert, das von Delia González de Reufels geleitet wurde. Seine Doktorarbeit trägt den Titel "Argentine Social Policy and the International Labour Organization, 1919-1943. Conflicts, Debates, and Cooperation".

Darin hat Gerards Iglesias die wichtigsten Akteure der damaligen Zeit identifiziert und in seiner Archivarbeit rekonstruiert, welche internationalen Einflüsse deren Entscheidungen beeinflusst haben. Dabei kommt der Internationalen Arbeitsorganisation eine herausragende Stellung zu, die in Buenos Aires ihre südamerikanische Zweigstelle eröffnete, was den ohnehin regen Austausch mit argentinischen Akteuren intensivierte. "Die ILO wirkte als Plattform und Scharnier der Wissensgenerierung in der [argentinischen] Sozialpolitik", sagt Gerards Iglesias. Große vergleichende Studien, umfangreiche Archive und Bibliotheken waren dabei wichtige Faktoren.

Die ILO hatte aber nur mittelbaren Einfluss auf die Gestaltung der argentinischen Sozialpolitik: "[In Argnetinien] wurden Konventionen erst sehr spät ratifiziert und nur in gewissen Bereichen umgesetzt“, sagt Gerards Iglesias. „Es gab ein cherry picking von Konventionen für die Bereiche, wo es bereits sehr ausgefeilte Gesetze gab. Dadurch wirkten sich die Konventionen meist weder positiv noch negativ auf die argentinische Gesetzgebung aus."

Simon Gerards Iglesias war seit 2019 Mitglied im SFB 1342. Nun wechselt er zum Institut der deutschen Wirtschaft in Köln.


Kontakt:
Simon Gerards Iglesias
Dr. Helen Seitzer
Dr. Helen Seitzer
Mithilfe dieser Anschubfinanzierung wird Seitzer ein automatisiertes Textanalyseverfahren entwickeln, um Dokumente internationaler Organisationen auszuwerten.

Helen Seitzer wird vom 1. Juni 2022 bis zum 31. Dezember 2022 mit dem Seed Grant des Data Science Center (DSC) der Universität Bremen gefördert. Mit der Anschubfinanzierung wird ihr Forschungsprojekt "The origins of expertise: Where does IO-knowledge originate from?" unterstützt, in dem Seitzer die Herkunft der Expertise von bildungsbezogenen internationalen Organisationen untersucht. Für diese Arbeit müssen Hunderte bis Tausende Textdokumente ausgewertet werden. Um diesen Prozess zu beschleunigen, entwickelt Seitzer ein automatisiertes Textanalyseverfahren, um aus PDF-Dateien Informationen zu Bibliographien und Zitationen zu extrahieren. Seitzer wird dieses Verfahren zunächst am Beispiel der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) anwenden, im Anschluss soll es aber auch auf andere Organisationen übertragbar sein und so auch Vergleiche ermöglichen.

Inhaltlich geht es Seitzer bei ihrer Arbeit darum, den bisher allgemein anerkannten Expertenstatus internationaler Organisationen im Bereich Bildung und Bildungsreformen genauer zu untersuchen. Konkret geht es darum herauszufinden, woher die Wissensbasis der Expertise dieser einflussreichen Organisationen stammt. Nutzen sie Ergebnisse aus aktueller Forschung oder wird sich wiederholt auf Forschungsergebnisse aus den eigenen Reihen bezogen bzw. werden nur wenig zentrale Dokumente genutzt? Diese Forschungsarbeit ist angebunden an das SFB-Teilprojekt A05 Die globale Entwicklungsdynamik von Inklusivität und Leistungsumfang staatlicher Bildung, das von Kerstin Martens und Michael Windzio geleitet wird.

Der DSC Seed Grant

Mit dem DSC Seed Grant werden Vorhaben gefördert, die zur Vernetzung von Arbeitsgruppen aus unterschiedlichen Fachbereichen der Universität Bremen beitragen und so den Grundstein für interdisziplinäre Forschungsprojekte im Kontext von Data Science legen. Das übergeordnete Ziel des DSC Seed Grant ist es, exzellente Forschung im Bereich Data Science voranzutreiben. Die Fördersumme beträgt in der Regel bis zu 2.500 EUR pro Antragssteller:in.


Kontakt:
Dr. Helen Seitzer
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57065
E-Mail: seitzer@uni-bremen.de

Prof. Dr. Alexandra Kaasch
Prof. Dr. Alexandra Kaasch
Die Professorin für deutsche und transnationale Sozialpolitik spricht dort über die Rolle von Sozialsystemen in globalen Krisen, den Transfer von Ideen und Erkenntnissen über Grenzen hinweg und von der Wissenschaft in die Politik.

Alexandra Kaasch ist Professorin an der Universität Bielefeld und seit Anfang des Jahres Mitglied im SFB 1342: Sie leitet mit Kerstin Martens und Ewa Kaminska-Visser das Teilprojekt B12 Krisenmanagement in der Covid-19-Pandemie durch Internationale Organisationen.

In dem Podcast, der im Umfeld des SFB 1288 "Praktiken des Vergleichens" entstanden ist, erläutert Kaasch, welchen Fragen sie in ihrem Forschungsprojekt nachgehen: "Wir untersuchen, welche Empfehlungen Internationaler Organisationen ähnlichen Ländern in verschiedenen Teilen der Welt geben in Bezug auf die Corona-Pandemie und ihre Folgen. Uns interessiert: Übersetzt sich das Soziale, das wir in den globalen Diskursen sehen, auch regional in den Versuchen, mit der Krise und den jeweiligen Problemlagen umzugehen? Dabei vergleichen wir auch Internationjale Organisationen miteinander. Empfehlen sie das Gleiche? Welche Schwerpunkte legen sie? Wo unterscheiden sie sich, wo streiten sie? Und wie gestalten sie die Zusammenarbeit mit den Staaten?"

Mit Blick auf Deutschland konstatiert Kaasch, dass die sozialpolitischen ausgaben so hoch sind wie noch nie. "Es macht mit Blick auf die Staatsfinanzen und den Arbeitsmarkt aber durchaus Sinn, in einer Wirtschaftskrise für eine gewisse Zeit in Sozialmaßnahmen zu investieren, um im Anschluss an die Krise eine stabile Situation zu haben." Deutschland bleibe so im Bereich nahe der Vollbeschäftigung. Dagegenrechnen müsse man aber den wachsenden Schuldenberg, der von einer alternden Bevölkerung abgetragen werden muss. Die Frage sei: Bis zu welchem Punkt ist die Gleichung noch positiv? "Bei Corona werden wir, glaube ich, an den Punkt kommen [und fragen]: Wie lange können wir uns das noch leisten, geht es jetzt noch?"

Krisen wie die Corona-Pandemie und ihr weiteren Folgen können laut Kaasch genutzt werden, bislang verborgene Schwachstellen (sozial-)politischer Systeme zu erkennen, um sie im Anschluss an die Krise zu beseitigen: "building back better", wie Kaasch es nennt. "Ein Beispiel ist die Lehre an Hochschulen. Wir hatten das bewährte Lehrmodell vor der Pandemie [fast ausschließlich Präsenslehre], wir sehen die Anpassung in der Krise [fast ausschließlich digitale Lehre], und es gibt den Wunsch, beides zu vereinen zu einer besseren Lehre in der Zukunft." Noch müsse man zwar klären, wie das genau aussehen soll und wie wir erkennen, was tatsächlich am besten ist. Aber die Situation zeige, dass an dem oft gebrauchten Satz „Krisen beinhalten Chancen“ durchaus etwas dran sei. "Denn in Krisen lernen wir etwas über die Verletzlichkeit bestehender Systeme und Gruppen."

Den gesamten Podcast (in deutscher Sprache) finden Sie hier:
Praktisch Theoretisch #35: "Starke Gesundheitssysteme helfen in jeder Krise" - von der Wirtschafts- bis zur Coronakrise


Kontakt:
Prof. Dr. Alexandra Kaasch
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Fakultät für Soziologie
Universitätsstraße 24
33615 Bielefeld
Tel.: +49 521 106-2427
E-Mail: alexandra.kaasch@uni-bielefeld.de

Der siebte Band der Palgrave-Macmillan-Reihe "Global Dynamics of Social Policy" beleuchtet in 39 Essays, wie inter- und transnationale Einflüsse die Sozialpolitik in verschiedensten Teilen der Welt beeinflusst haben.

Der Sammelband mit dem Titel "International Impacts on Social Policy - Short Histories in Global Perspective" wurde von Frank Nullmeier, Delia González de Reufels und Herbert Obinger herausgegeben und verdeutlicht in 39 zeitlich begrenzten Fallbeispielen die Bedeutung inter- und transnationaler Einflüsse für die Entwicklung nationalstaatlicher Sozialpolitik weltweit. Das Buch ist in vier Abschnitte gegliedert, in denen die Bedeutung von (1) Gewalt, (2) Internationalen Organisationen, (3) Handelsbeziehungen und Wirtschaftskrisen sowie von (4) Ideen, Netzwerken von Expert:innen und Migration analysiert wird. Die Beiträge illustrieren wichtige Teile der Ergebnisse, die der SFB 1342 und seine 15 Teilprojekte in der Zeit von 2018 bis 2021 erarbeitet haben.

Wie alle Teile der Reihe Global Dynamics of Social Policy erscheint auch dieser Band im Open-Access-Format, um die Forschungsergebnisse des SFB 1342 für die wissenschaftliche Community in allen Teilen der Welt leicht zugänglich zu machen.

Auf den Seiten von Palgrave Macmillan/Springer stehen der Gesamtband sowie die einzelnen Beiträge kostenlos zum Download zur Verfügung:

Frank Nullmeier, Delia González de Reufels, Herbert Obinger (Hg.)(2022): International Impacts on Social Policy - Short Histories in Global Perspective, Cham: Palgrave Macmillan.


Kontakt:
Prof. Dr. Delia González de Reufels
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Geschichtswissenschaft / FB 08
Universitäts-Boulevard 13
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67200
E-Mail: dgr@uni-bremen.de

Prof. Dr. Frank Nullmeier
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

Prof. Dr. Herbert Obinger
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58567
E-Mail: herbert.obinger@uni-bremen.de

Andrea Schäfer, Mitorganisatorin des Equal Care Days in Bremen
Andrea Schäfer, Mitorganisatorin des Equal Care Days in Bremen
Aktionstage in vier Städten betonen die Bedeutung einer fairen und gleichwertigen Verteilung von Sorgearbeit. Die Veranstaltung in Bremen organisiert u.a. unser SFB-Mitglied Andrea Schäfer.

Das größte Anliegen des Equal Care Day (ECD) ist es, Care-Arbeit und ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz sichtbar zu machen. In Bonn, Bremen, Düsseldorf, Hannover und virtuell finden dazu am 1. Maärz 2022 insgesamt 25 Vorträge, Workshops und Panels mit 60 Referent:innen statt.

Städtekonferenz in Bremen

Die Konferenz in Bremen geht insbesondere der Frage nach, was ein verlässliches Sorgesystem erfüllen muss: Was brauchen Pflegefachkräfte, um ihrer Arbeit gut nachgehen zu können und zu wollen? Was brauchen Eltern und Erzieherinnen, um Kinder und sich selbst nachhaltig gut versorgt zu wissen? Und wie schaffen wir es, dass Care-Tätigkeiten als Teil der Wirtschaft in Fachgesprächen und Empfehlungen verankert werden, damit die Bedarfe systematisch berücksichtigt werden? Um Lösungen aufzuzeigen, referieren und diskutieren Wissenschaftler:innen, Politikberater:innen und Care-Leistende gemeinsam.

Die ECD-Veranstaltungen in Bremen finden in Kooperation zwischen Arbeitnehmerkammer Bremen und dem Projekt „carat – caring all together” des Referats Chancengleichheit der Universität Bremen statt. Veranstalterinnen sind Andrea Schäfer, Sonja Bastin, Bettina Schweizer (Universität Bremen), Jennie Auffenberg und Thomas Schwarzer (Arbeitnehmerkammer Bremen).

Weitere Informationen:

Der Equal Care Day findet am Dienstag, 1. März 2022, von 9 bis 18 Uhr statt.
Die Veranstaltung ist öffentlich, digital und kostenlos.

https://equalcareday.de/

https://equalcareday.de/ bremen2022/

https://unihb.eu/caringalltogether


Kontakt:
Andrea Schäfer
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57095
E-Mail: andrea.schaefer@uni-bremen.de