News aus dem Teilprojekt B05

Das Team von Teilprojekt B05 in Dalian
Das Team von Teilprojekt B05 in Dalian
Das Team von Teilprojekt B05 war von der Chinese Association of Social Security zum 14. Internationalen Forum für Soziale Sicherheit "Social Security and State Governance" eingeladen worden.

Mitte September war das Team von Teilprojekt B05 von der CAOSS (Chinese Association of Social Security) zum 14. Internationalen Forum für Soziale Sicherheit "Social Security and State Governance" eingeladen, der größten Konferenz in der ostasiatischen Region über soziale Sicherheit und Sozialpolitik. Die Konferenz wurde von der ILO (Internationale Arbeitsorganisation), der FES (Friedrich Ebert Stiftung), dem KASP East Asia Research Committee, der JASP-Abteilung für Japan-Ostasien-Sozialpolitik und dem CAOSS organisiert.

Tobias ten Brink präsentierte die Agenda des CRC-Projekts als einen der Hauptvorträge, der sich mit der Forschung des CRC und dem Interesse des Projekts B05 an China beschäftigte. Das SFB-Projekt stieß sowohl bei chinesischen Wissenschaftlern als auch beim internationalen Publikum auf großes Interesse. Tao Liu vom Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen nahm als einer der Referenten an den Diskussionsrunden zur Zukunft des Sozialschutzes teil. Während der zweitägigen Konferenz traf sich das Teamprojekt B05 mit dem Präsidenten von CAOSS, Prof. Zheng Gongcheng an der Renmin University, über die zukünftige Zusammenarbeit in der Zusammenarbeit und Forschung. Teammitglied Armin Müller, Forschungsmitarbeiter Tong Tian und Yuxin Li von der Universität Duisburg-Essen nahmen ebenfalls teil. Die Konferenz in Dalian hat die Beziehungen von CRC zu Forschern aus der Region Ostasien intensiviert.


Kontakt:
Prof. Dr. Tobias ten Brink
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
28759 Bremen
Tel.: +49 421 200-3382
E-Mail: t.tenbrink@jacobs-university.de

Treffen an der Jacobs University Bremen
Treffen an der Jacobs University Bremen
Vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Centre for International Social Security Studies trafen sich mit Mitgliedern des SFB 1342, um sich über Rentenreformen in China und Deutschland auszutauschen.

Anfang Juli besuchte eine Delegation des Centre for International Social Security Studies (CISS) an der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) das China Global Center an der Jacobs University Bremen und wurde vom Dekan der Jacobs University, Prof. Arvid Kappas, herzlich begrüßt. Es war das erste Mal, dass Direktor Prof. Bingwen Zheng, Generalsekretär Prof. Lianquan Fang, Professor Chuanjun Qi und Professor Peng Guo Bremen besuchten.

Während des Treffens hielt Professor Tobias ten Brink einen Vortrag über das SFB-Projekt B05 "Dynamics of Chinese social policy. Interplay of national and international influences", das er gemeinsam mit Professor Tao Liu von der Universität Duisburg-Essen leitet. Tao Liu erläuterte den Gästen anschließend ausführlich die Riester-Rentenreform in Deutschland. Peng Guo präsentierte ein Update über die Dynamik und Reformen der chinesischen Altersvorsorge. An der Sitzung nahmen auch Dr. Armin Müller, Dr. Fei Wang, Research Fellow Tong Tian und Yuxin Li von der Universität Duisburg-Essen teil.


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Prof. Dr. Tobias ten Brink
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Campus Ring 1
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Dr. Armin Müller
Dr. Armin Müller
Als Schüler wusste Armin Müller nichts über China, heute spricht er Mandarin und ist Experte für das chinesische Sozialsystem. Im Interview erzählt er, wie sich Staatszensur auf seine Arbeit auswirkt und was es mit Geldrecyclingmaschinen auf sich hat.

Was wärst du geworden, wenn du nicht Wissenschaftler geworden wärest?

Früher wollte ich mal Musiker werden. Ich hatte in der Schule schon Musik-Leistungskurs und habe klassische und elektrische Gitarre gespielt. Das hat mir Spaß gemacht, aber Wunsch und Realität passen nicht immer zusammen.

Das hast du ja offenbar rechtzeitig gemerkt und bist in die Wissenschaft gegangen. Wie kam es dazu?

Schon als Teenager habe ich mich sehr für Politik, Wirtschaft und die Zusammenhänge zwischen beiden interessiert, gerade auch was die Entwicklung außereuropäischer Gesellschaften angeht. Nach der Schule habe ich mich nach etwas umgesehen, das sowohl praxisorientiert ist als auch für mich persönlich spannend. Da hat sich Politikwissenschaft angeboten.

Du interessierst dich sehr für China. Wie kam es dazu?

Als ich 16 oder 17 war, habe ich angefangen, orientalische Philosophie zu lesen, wobei ich insbesondere Taoismus ziemlich spannend fand. Außerdem habe ich relativ früh mitbekommen, dass China bis 2020 eine starke politische und wirtschaftliche Stellung in der Welt haben wird. Ich musste aber feststellen, dass ich eigentlich gar nichts über das Land weiß abgesehen davon, dass dort eine kommunistische Partei regiert. Also dachte ich mir: Es wäre doch eine interessante Sache, sich das genauer anzuschauen.

China ist für die meisten Leute ein eher unzugänglicher Raum. Außerhalb der Hauptstädte spricht kaum jemand Englisch, auf den Straßenschildern stehen nur chinesische Schriftzeichen ... Wann bist du zum ersten Mal nach China gereist und wie war das?

Ich war 2003 zum ersten Mal in China. Da hatte ich allerdings bereits seit eineinhalb Jahren Chinesisch gelernt und konnte mich verständigen. Das machte das Land für mich wesentlich zugänglicher. Ich habe keine Vorstellung davon, wie es ist, ohne Chinesischkenntnisse in China herumzureisen. Insgesamt stelle ich es mir ziemlich schwierig vor, wobei die wichtigsten Schilder usw. mittlerweile auch ins Englische übersetzt werden. Manchmal schleichen sich allerdings Übersetzungsfehler ein, das kann ziemlich lustig sein, wenn ein Geldautomat z.B. die Aufschrift „Money Recycling Machine“ trägt.

Du sprichst mittlerweile fließend Chinesisch.

Ja. Wobei ich die Sprache ständig auffrischen muss. Ich lese zwar täglich chinesische Texte, vor allem wissenschaftliche. Aber das ist schon ein recht spezielles Vokabular. Daher nutze ich die Zeit, in der ich morgens auf dem Weg zur Jacobs University in der Bahn sitze, zum Vokabeln lernen.

China hat sich seit der Jahrtausendwende stark verändert, die staatliche Kontrolle und Zensur wächst. Wie wirkt sich das auf deine Arbeit als Wissenschaftler aus?

Zu Beginn des Jahrhunderts gab es eine Phase der Öffnung: Für einige Jahre war es vergleichsweise einfach, Forschung und Recherchen vor Ort durchzuführen. In den letzten Jahren ist es tendenziell wieder schwieriger geworden. Das gesellschaftliche Klima hat sich geändert, und viele Menschen sind heute vorsichtiger als vor zehn Jahren. Es kommt allerdings auch sehr darauf an, womit man sich beschäftigt. Sozialpolitik ist im Allgemeinen kein besonders heikles Thema.

Warum hast du dich auf Sozialpolitik spezialisiert?

Als es auf meine Magisterarbeit zuging, sind die neuen sozialpolitischen Initiativen Chinas, die wir in unserem Teilprojekt teilweise untersuchen, gerade angelaufen. Meinen Professor hat das auch interessiert und so habe ich angefangen, mich mit dem ländlichen Gesundheitssystem und der Krankenversorgung zu beschäftigen. Die sozialen Sicherungssysteme und die politischen und administrativen Prozesse in China sind ziemlich komplex, in diesem Bereich gibt es sehr viel zu tun.

Kannst du deine Rolle im Teilprojekt kurz umreißen?

Derzeit bin ich damit beschäftigt, eine interne Datenbank aufzusetzen um zu analysieren, wie sich die verschiedenen sozialen Sicherungsformen in den letzten Jahren ausgebreitet haben – insbesondere seit 2000, aber auch davor. Die Koordination unter den verschiedenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist auch eine wichtige Aufgabe, weil wir über zwei Universitäten verteilt sind. Es kommen auch noch zwei Doktorandinnen dazu.

Lieber Armin, vielen Dank für das Gespräch - wir wünschen dir und eurem gesamten Team viel Erfolg für eurer Projekt!


Kontakt:
Dr. Armin Müller
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
28759 Bremen
Tel.: +49 421 200-3473
E-Mail: arm.mueller@jacobs-university.de

Prof. Dr. Tobias ten Brink
Prof. Dr. Tobias ten Brink
Auf einer Konferenz an der Columbia University hat Tobias ten Brink die Pläne des SFB-Projekts zu Chinas Sozialpolitik vorgestellt und mit international führenden Experten diskutiert.

Am China Center for Social Policy der Columbia University hat Tobias ten Brink an der Konferenz „Expanding Social Policy in China“ teilgenommen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion hat ten Brink dabei das SFB-Teilprojekt „Entwicklungsdynamiken chinesischer Sozialpolitik: Das Zusammenspiel nationaler und internationaler Einflüsse“ vorgestellt.

„In den vergangenen fünfzehn Jahren hat die chinesische Regierung massiv in den Ausbau des Sozialsystems investiert, viele Bürger haben erstmals Zugang zu Sozialleistungen erhalten“, sagt Tobias ten Brink, der an der Jacobs University Bremen stellvertretend das Center for the Study of China & Globalization leitet. Zwar sei das Niveau der chinesischen Sozialleistungen gering im Vergleich zum Westen, aber doch höher als in anderen Schwellenländern wie etwa Indien.

Das Teilprojekt B05 leitet ten Brink gemeinsam mit Tao Liu vom Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Neben nationalen Faktoren wie Wirtschaftswachstum, Demographie oder Binnenmigration wollen die Wissenschaftler untersuchen, wie sich internationale Einflüsse auf die Gestaltung nationaler Politik auswirken. „Die chinesische Regierung und Fachleute beobachten seit Jahrzehnten genau, was in anderen Ländern passiert, auch in Europa, und sie verbinden seitdem internationale Vorbilder mit eigenen sozialpolitischen Traditionen zu einem eigentümlichen System sozialer Sicherung“, sagt ten Brink.

"Mit der Präsentation in New York konnten wir Teile der US-amerikanischen Social Policy Community, hier insbesondere China/Ostasien-Interessierte, für unser Chinateilprojekt und den SFB insgesamt interessieren", sagt ten Brink. "Der SFB wurde mit großem Interesse aufgenommen, zumal in den USA zurzeit eine derart umfangreiche Förderung für die Untersuchung von Sozialpolitik laut den Teilnehmern kaum vorstellbar sei." Die Konferenz diente zudem dazu, Kooperationsbeziehungen mit Forscherinnen und Forschern aus dem angelsächsischen Raum zu vertiefen.


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Prof. Dr. Tobias ten Brink
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
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