News aus dem Teilprojekt A04

Sigrid Lupieri
Sigrid Lupieri
Lupieri ist Doktorandin an der University of Cambridge und wird drei Monate in Bremen bleiben und mit dem Teilprojekt A04 zusammenarbeiten.

Dank eines Stipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung arbeitet Sigrid Lupieri vom 1. September bis 30. November 2018 als Gastwissenschaftlerin am SFB 1342. Als Doktorandin an der University of Cambridge analysiert sie die Faktoren, die die Teilhabe älterer syrischer Flüchtlinge an Gesundheitsdienstleistungen in Jordanien bestimmen.

Sigrid Lupieri war zuvor für die UNESCO und das UNDP in Neu-Delhi und New York tätig, außerdem hat sie mehrere Jahre als Journalistin in Armenien, Georgien, Deutschland und den USA gearbeitet. Sie hat einen Master-Abschluss in Journalismus (Northwestern University) und Moderner europäischer Geschichte (University of Cambridge) sowie einen BA in Fremdsprachen und Literatur der Universität Udine. Während ihres Aufenthaltes in Bremen wird Sigrid Lupieri eng mit dem Teilprojekt A04 des SFB 1342 zusammenarbeiten.


Kontakt:
Dr. Lorraine Frisina Doetter
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58561
E-Mail: frisina@uni-bremen.de

Alexander Polte
Alexander Polte
Natürlich gebe es auch an der Universität Druck, sagt Alexander Polte. Warum wissenschaftliches Arbeiten für ihn dennoch entspannend ist und warum er mit Anfang 20 schon im Altenheim gewohnt hat, erzählt er im Interview.

 

Als du ein kleiner Junge warst, was war dein erster Berufswunsch?
Das hat häufig gewechselt, da ich viele Interessen hatte: Mal wollte ich Architekt werden, mal Arzt, dann wieder etwas ganz anderes.

Wann hast du gemerkt, dass du in die Wissenschaft gehen möchtest?
In der zweiten Hälfte des Studiums. Vorher war das noch etwas diffus, ich wollte erstmal schauen und den Abschluss machen.

Was hast du studiert?
Diplom-Soziologie und Psychologie an der TU Dresden. Neben dem Studium habe ich als Werkstudent im Softwaretest gearbeitet. Mir wurde recht schnell klar, dass ich etwas mit Netzwerkanalyse machen wollte. Also habe ich mich in dem Bereich kontinuierlich spezialisiert und meine Diplomarbeit geschrieben. Dabei habe ich gemerkt, dass ich das wissenschaftliche Arbeiten am meisten mag und promovieren möchte.

Was gefällt dir am wissenschaftlichen Arbeiten so gut?
Die Offenheit. Man geht ergebnisoffen an die Untersuchung ran und muss versuchen, mögliche Fehlerquellen zu umschiffen. Das ist spannend und zugleich auch entspannend, weil man kein Ergebnis erzwingen muss, wie das vielleicht in der freien Wirtschaft vorkommen kann. An der Uni gibt es zwar auch Druck, möglichst viel zu publizieren und Drittmittel einzuwerben, aber eigentlich ist es die Aufgabe, mit Abstand an die Sache heranzugehen und sich vor allem diese Offenheit zu bewahren.

Und warum bist du nicht Naturwissenschaftler geworden?
Weil mich interessiert, wie Gesellschaft funktioniert. In den Sozialwissenschaften hat man ständig mit dem Chaos zu tun, weil das Gebiet so komplex ist. Das fand ich spannend.

Das Chaos zu verstehen?
Genau. Oder zumindest ein Gefühl dafür zu entwickeln. Hinzu kam, dass ich zunächst kein großes Bedürfnis hatte, mich der Mathematik zu widmen. Was sich aber im Laufe meines Studiums geändert hat.

Vor deinem Studium warst du für ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Slowakei. Wie bist du auf die Slowakei gekommen? Konntest du damals eine slawische Sprache?
Nein, konnte ich nicht. Ich war vorher auch noch nie in der Slowakei. Ich hatte mich für einen Europäischen Freiwilligendienst beworben und ein Trägerverein hat mir angeboten: Geh doch in die Slowakei, da kannst du unterrichten. Und so bin ich nach Lipany in die Slowakei gegangen.

Was hast du dort unterrichtet?
Vor allem Deutsch und gelegentlich auch Englisch. Ich war an zwei Grundschulen und einem Gymnasium, an dem ich vor allem Konversationsunterricht gegeben habe.

Hast du noch private oder berufliche Verbindungen in die Slowakei?
Ich habe immer noch Freunde dort, mit alten Kollegen habe ich auch noch Kontakt. Einen Bezug zu meiner wissenschaftlichen Arbeit gibt es aber nur insofern, als die Slowakei eines unter vielen Ländern ist, die wir in unserem Teilprojekt zu Gesundheits- und Langzeitpflege in unsere Analyse einbeziehen. Wobei: Einen zufälligen Bezug zur Langzeitpflege gibt es: In der Slowakei habe ich in einem Altenheim gewohnt.

Wie kam es dazu?
Die Organisation, die meine EFD-Stelle verwaltete, bietet auch viele Stellen in einem Altenheim an und hält dort für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am europäischen Freiwilligendienst Zimmer vor. So bin ich da gelandet.

Welchen Eindruck hattest du von slowakischen Altenheimen?
Die Schwestern waren überlastet, sie gingen fast auf dem Zahnfleisch: zu viel Arbeit für zu wenige Beschäftigte. Im Grunde ist es dort, wie man das auch aus Deutschland kennt. Aber es geht dort trotz allem sehr herzlich zu und es gibt gutes Essen!

Kurz zu deiner Rolle im SFB: Kannst du die umreißen?
Wir untersuchen die Dynamiken von Gesundheitssystemen und Systemen der Langzeitpflege. Ich konzentriere mich vor allem darauf, die internationalen Verflechtungen zu erheben und zu schauen, wie diese sich auf die Typen des Gesundheits- oder Langzeitpflegesystems auswirken. Es können ganz verschiedene Verflechtungen sein: ökonomische, politische und kulturelle. Diese Netzwerkkomponente wird mein Forschungsgebiet sein. Es ist ein interdisziplinäres Projekt, da werden sich hoffentlich viele Kooperationsmöglichkeiten ergeben mit den anderen Projekten, die am SFB beteiligt sind.

Lieber Alexander, besten Dank und viel Erfolg bei deiner Forschungsarbeit!


Kontakt:
Alexander Polte
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57063
E-Mail: alexander.polte@uni-bremen.de